Chris Fleming: Bundestrainer und NBA-Coach

Nun ist das offiziell, was sich während der Vorrunde der Basketball-EM und zuvor angedeutet hatte. Mit einem Kommentar von Thomas Gotthardt: Absurde Entscheidung.

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Basketball-Nationalcoach Chris Fleming wird Assistenztrainer der Denver Nuggets in der nordamerikanischen Profiliga NBA. Das bestätigte am Montag der Deutsche Basketball-Bund. Der 45-Jährige reist bereits an diesem Mittwoch nach Colorado, um für den Zwölften der letztjährigen Western Conference zu arbeiten. Parallel behält Fleming seinen Job als Bundestrainer.

"Das ist eine Auszeichnung für Chris. Wir wollen ihm keine Steine in den Weg legen und sind überzeugt davon, dass Chris auch aus der Ferne alle Informationen über seine Nationalspieler erhält und über die Vorgänge beim DBB und in der Beko BBL informiert wird", sagt Armin Andres, DBB-Vizepräsident für Leistungssport: "An einigen der Nationalspieler ist er durch seine neue Tätigkeit sogar näher dran."

Fleming bedankte sich beim Verband für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. "Dieser Sommer hat gezeigt, dass ein enormes Potenzial im Team steckt. Egal, in welchem Wettbewerb wir im kommenden Sommer mit der Nationalmannschaft spielen, ich bin mit vollem Herz und Einsatz dabei", sagte Chris Fleming vor der Abreise nach Denver. Fleming war bei der EM mit der Nationalmannschaft nicht über die Gruppenphase hinausgekommen.

Kommentar von Thomas Gotthardt: Absurde Entscheidung

Der Deutsche Basketball-Bund (DBB) hat wieder ein Eigentor geschossen. Oder hat, um in der Sportart zu bleiben, den Ball im eigenen Korb versenkt. Bundestrainer Chris Fleming wird Assistenztrainer bei dem NBA-Klub Denver Nuggets und soll weiterhin die DBB-Auswahl coachen, die gerade in der EM-Gruppenphase ausgeschieden ist.

Das ist gleich in zweierlei Hinsicht eine falsche Entscheidung. Zunächst einmal muss ein Bundestrainer in der Liga präsent sein. Dabei kommt es nicht allein darauf an, sich per Livestream die BBL-Partien anzuschauen. Es geht um Gespräche, es geht um Kontakt zu Spielern, Trainern und Klubs. Darüber hinaus soll der Bundestrainer auch an den Strukturen mitarbeiten. All das funktioniert so nicht.

Und: Wie absurd ist es, wenn die BBL ausdrücklich eine Doppelfunktion als Auswahl- und BBL-Trainer verbieten, aber der DBB eine solche Konstruktion wie die aktuelle mit Fleming zulässt. Das versteht niemand. Vermutlich ist die "Lex Fleming" zustande gekommen, weil der Amerikaner dem Verband die Pistole auf die Brust gesetzt hat: Kein Denver, kein Bundestrainer Fleming. Und eine Alternative nach dem Fiasko mit Vorgänger Frank Menz ist nicht in Sicht. Gute Karten für Chris Fleming, schlechte für den DBB.

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