Ulmer Basketballer verlieren in Jena 87:92

Viertes Ligaspiel, vierte Niederlage: Auch auswärts bei Science City Jena konnten die Basketballer von Ratiopharm Ulm nicht punkten und verloren 87:92.

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Da waren es nur noch Drei. Lediglich die Walter Tigers Tübingen, die BG Göttingen und Ratiopharm Ulm stehen in der Basketball-Bundesliga nach vier Spieltagen noch ohne Sieg da. Aber für mindestens eine der Mannschaften wird sich das am Samstag ändern, da sich Ulm und Göttingen in der dieses Mal noch nicht ausverkauften Ratiopharm-Arena (15 Uhr) im direkten Kellerduell gegenüber stehen. Die Frage nach dem Druck vor diesem Heimspiel erübrigt sich.

Science City Jena verabschiedete sich am Freitagabend mit einem 92:87-Heimsieg gegen Ulm aus dem Kreis der sieglosen Teams – und ließ konsternierte Ratiopharm-Akteure zurück. Groß war die Hoffnung, dass der Sieg im Eurocup die Wende zum Besseren war. Und zunächst sah es bei den Thüringern auch ganz danach aus. Ryan Thompson, der gegen Bursa sein erstes gutes Spiel im Ratiopharm-Trikot gemacht hatte, knüpfte nahtlos an die starke Leistung vom Dienstag gegen die Türken an und sorgte für die ersten fünf Punkte der Partie.

Jenas Trainer Björn Harmsen musste bereits nach zweieinhalb Minuten und einem 0:9-Rückstand seine erste Auszeit nehmen. Besser wurde es für die Hausherren jedoch erst, als der unter der Woche verpflichtete Martynas Mazeika aufs Feld kam. Gleich mit seiner ersten Aktion traf der 32 Jahre alte Guard per Dreier zum 9:13. Doch noch hatten die Ulmer alles im Griff, Luke Harangody sorgte mit fünf Zählern in Serie für das 22:13.

Zum Viertelende ließen die Gäste allerdings etwas nach, was Jena nutzt, um heranzukommen. Der erstmalige Ausgleich gelang Skyler Bowlin per Dreier zum 29:29. Doch noch hatten die Ulmer die richtige Antwort parat. Per Günther, der unter der Woche zum ersten Mal Vater geworden war und deshalb die Eurocup-Partie verpasst hatte, übernahm die Verantwortung und war mit sieben Punkten in Serie dafür verantwortlich, dass das Ratiopharm-Team wieder davon zogen. Beim 44:35 zur Halbzeit hatten die Ulmer noch immer alles im Griff.

Einzig Harangody sorgte bis dahin für Unmut. Der NBA-erfahrene Amerikaner ist nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Tim Ohlbrecht noch wichtiger. Umso ärgerlicher war, dass er bereits im zweiten Viertel zunächst sein dritten Foul kassierte, dem er wegen Reklamierens ein technisches Foul folgen ließ. Coach Thorsten Leibenath war damit gezwungen, eine seiner stärksten Waffen lange Zeit auf der Bank zu lassen,

57 Punkt in einer Hälfte kassiert

Zu Beginn des dritten Viertels lieferten sich beide Teams ein munteres Scheibenschießen, an dem sich überraschenderweise einer nicht beteiligte: Julius Jenkins, der eigentlich gegen die Ulmer immer aufblüht, hatte nicht seinen treffsichersten Auftritt – noch nicht. Zwischenzeitlich führten die Ulmer mit zehn Zählern und lagen gut im Rennen – so lange sie ihre Würfe trafen. Denn von Defense war wenig zu sehen. Als Da’Sean Butler zum 63:53 traf, nahm Harmsen eine Auszeit, die Wirkung zeigte. In den letzten zwei Minuten des Viertels legte sein Team einen 7:0-Lauf hin.

Derrick Allen war es, der die erste Jenaer Führung erzielte (72:70). Zwar konterten die Ulmer noch einmal durch Harangody und Günther. Doch als der Center vier Minuten vor dem Ende sein fünftes Foul kassierte, kam ein Bruch ins Spiel. Aus einem 76:74 wurde innerhalb von drei Miuten ein 86:78 für die Hausherren – und nun traf auch Jenkins. Ulm griff in der letzten Minute nach dem Strohhalm und foulte. Doch auch wenn Jena zehn der 32 Freiwürfe in der Partie vergab, reichte es zum Sieg. 

Angesichts der 57 Punkte, die Ulm in der zweiten Halbzeit kassierte, muss nicht lange nach den Gründen für die Niederlage gesucht werden. „Es war erschreckend, dass wir in der spielentscheidenden Phase mit unserer Verteidigung aufgehört haben. So kann man keine Spiele gewinnen“, haderte Leibenath mit dem Auftritt seines Teams. 

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