Ulmer Basketballer sensationell im Finale gegen Bamberg

Ratiopharm Ulm hat es geschafft: Die Mannschaft von Thorsten Leibenath ist mit einem 73:72-Sieg gegen Frankfurt ins Playoff-Finale eingezogen.

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Per Günther (links) geht als Kapitän voran und schwört sein Team aufs nächste Ziel ein: das Finale.  Foto: 

Der Jubel der 6200 Zuschauer  fegte nach der Schlusssirene wie ein Orkan durch die Ratiopharm-Arena. Einige mussten sich erst einmal wieder auf den Stuhl setzen und Luft holen. Es war eine Mischung aus unbändiger Freude über das Erreichen der Playoff-Endspielserie und Erleichterung, dass dieses Spiel überhaupt noch mit einem Sieg der Ulmer Basketballer geendet hatte.

Zunächst: Die Mannschaft von Thorsten Leibenath hat eine sehr, sehr große Überraschung geschafft, vielleicht gar eine Sensation. Sie hat die Fraport Skyliners  im vierten Spiel diesem Playoff-Halbfinale mit 73:72 geschlagen. Das war der dritte Erfolg gegen die Hessen in dieser Serie. Damit steht Ratiopharm Ulm als Hauptrundensiebter im Playoff-Finale  um die Deutsche Meisterschaft gegen die Brose Baskets Bamberg, die sich gegen den FC Bayern durchgesetzt hatten. Das erste Spiel findet am kommenden Sonntag (15 Uhr) in Bamberg statt, am darauffolgenden Mittwoch (8. Juni) kommen  Daniel Theis & Co. nach Neu-Ulm (20.30).

Bis dieses Resultat feststand und von der Anzeigetafel hell leuchtete, mussten die Fans allerdings einen Teufelsritt beider Mannschaften aushalten. Für die Gastgeber fing es  grundsolide an. Keine Spur von Nervosität angesichts des Ziels, das es zu erreichen galt. Keine Spur von Müdigkeit angesichts der  kurzen Rotation, an die sich die Spieler offensichtlich schon gewöhnt haben. Ulm mit guten Würfen, einer  aggressiven Verteidigung.  Immer eine Führung, aber keine große. 15:13 nach zehn Minuten, alles lief nach Plan. Der Frankfurter Quantez Robertson sorgte zu Beginn des zweiten Viertels mit einem Dreier für die erste Führung der Gäste. Die Ulmer zeigten sich aber nicht geschockt, sondern eher angestachelt und konterten mit einem 10:0-Lauf zum 25:16.

Leibenaths Mannschaft hatte die Partie nun fest im Griff, was, bei allen Vorzügen der Ratiopharm-Korbjäger, vor allem auch daran lag, dass den Hessen in den ersten 30 Minuten so gut wie nichts gelang. Da landeten die leichtesten Korbleger doch nicht im Netz, Bälle wurden regelrecht weggeschmissen, Ulm brauchte in dieser Phase eigentlich „nur“  konzentriert abzuschließen, um die Punkte einzusammeln.

Größere Hakeleien gab es nicht, nur die gewohnte Anzahl von strittigen Schiedsrichterentscheidung  mit den ebenfalls gewohnten Bildern von schimpfenden Trainern auf beiden Seiten.  Unter anderem Raymar Morgan kassierte für einen blöden Check mit dem Ellenbogen ein „Unsportliches“, ansonsten  verteilten die Schiedsrichter die Freiwürfe sehr gerecht auf beide Teams (jeweils 20 Mal)

Als Ulm mit 13 Minuten Restspielzeit durch Pierra Henry auf 51:31 davonzog, machte es bei den Hessen noch einmal „Klick“: Jordan Theodore übernahm die Partie, führte sein Team wieder heran. Anderthalb Minuten vor dem Ende lagen die Frankfurter mit zwölf Zählern zurück. Als noch 58 Sekunden auf der Uhr waren, betrug der Rückstand noch sechs Punkte. Und mit sechs Sekunden Restspielzeit stand es plötzlich nur noch 72:73 aus Sicht der Gäste.

Die Frankfurter foulten, Chris Babb trat an die Linie. Ulms Guard vergab den ersten fälligen Freiwurf und setzte den zweiten absichtlich daneben an Brett. Doch die Frankfurter konnten nach der Auszeit den geplanten Alley-Oop-Spielzug für Mike Morrison mit 0,3 Sekunden nicht mehr verwandeln.

Stattdessen: ein Orkan der Freude in der Arena. Spieler bei den Fans, Fans bei den Spielern, Autogramme und Umarmungen. Die beiden Ex-Ulmer Philipp Schwethelm (Oldenburg) und John Bryant  (FC Bayern) sahen sich das Schauspiel von der Tribüne aus aus an. „Jetzt sind wir paar Stunden mal locker und feiern,  dann werden wir uns gleich auf Bamberg vorbereiten“,  meinte  Kapitän Per Günther  und gab  seinen Kollegen gleich das Motto mit auf den Weg: „Wir fahren nicht als Touristen nach Bamberg.“

Thorsten Leibenath, der mit Ulm nun zum zweiten Mal nach 2012 in Finale steht, machte einen aufgeräumten Eindruck: Er war noch weit  von den ganz großen Emotionen und noch zu nahe dran am gestrigen Nerven-Spiel, um über Bamberg nachzudenken. „Frankfurt hat in den letzten Minuten sehr stark gespielt. Wir haben uns nicht allzu schlau angestellt – man hat gemerkt, dass wir müde waren. Insgesamt war das heute aber eine sehr starke Leistung und unsere beste in der Serie“, sagte der Coach und zog auch Bilanz: „Ich finde, wir gehen verdient ins Finale. Frankfurt war gegen uns der klare Favorit, Oldenburg war der klare Favorit – aber wir haben beide Male als Außenseiter die Überraschung geschafft.“

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