Ulm in Ludwigsburg: Mit den eigenen Waffen geschlagen

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Herr des Spiels: Chris Babb schuftete für Ratiopharm Ulm in Spiel zwei fast 40 Minuten und gab die wichtigen Impulse.  Foto: 

Die Schramme auf Chris Babbs Stirn war nicht zu übersehen. Auf den besten Ulmer Spieler hatten sich die Riesen eingefahren. Aber es brachte nichts. Der US-Guard, der mit 36 Minuten mehr als alle anderen Akteure im zweiten Playoff-Spiel in Ludwigsburg geackert hatte, war auf keiner Position zu stoppen. 21 Punkte, so viel wie Raymar Morgan in Partie eins, gingen auf sein Konto. Zum Vergleich: Cliff Hammonds und DJ Kennedy kamen diesmal nur auf 14 Zähler. Beim 82:76-Sieg demonstrierten die Ratiopharm-Korbjäger, dass sie den „reiferen“ Basketball spielen können. Und am Samstag (18 Uhr/Sport 1) geht es in eigener Halle darum, 2:1 in Führung zu gehen.

 Vor allen Dingen zeigten sich die Ulmer angepasster an das physische Spiel der Ludwigsburger und funktionierten prima als Mannschaft. „Wir haben gut attackiert, schneller gespielt und stark gereboundet“, fasste Coach Thorsten Leibenath zufrieden zusammen. Nach drei Niederlagen in Folge gegen den Derbygegner war dieser Playoff-Erfolg eine Genugtuung. Auch der Ludwigsburger Trainer musste zugeben, dass sich die Ulmer den Sieg verdient haben. „Sie haben viele Situationen besser gelesen als wir, haben unterm Korb dominiert und sich die zweiten Chancen genommen“, sagte John Patrick. Center Jack Cooley kam überhaupt nicht zur Entfaltung. Sein Zwei-Meter-Kollege Johannes Thiemann landete nur drei Pünktchen bei vier Fouls.

Entscheidend waren in diesem Spiel die Rebounds, eigentlich die Stärke und die gefährliche Waffe der hart in der Zone agierenden Riesen. Unglaubliche 44 Korbabpraller krallten sich die Ulmer. Im Schnitt kamen sie in der bisherigen Saison auf 36,5 Rebounds. Großen Anteil daran hatte das Duo Morgan (9) und Augustine Rubit (8). Mit diesem souveränen Auftritt haben die Ulmer alle Pessimisten verstummen lassen. 76 zugelassene Punkte sind zudem eine Zahl, mit der Leibenath zufrieden ist.

Einzig ihr Offensivfeuer lassen die Ulmer bislang vermissen. Auch in Spiel zwei war der Basketball-Gott den Ulmern nicht gnädig, vor allem nicht Per Günther, dem wieder kein Dreier reinfliegen wollte. Erneut führten die Barockstädter die Feldwurfquote an (47 Prozent zu 43 Prozent Ulms), aber die Ulmer bewachten diesmal aufmerksam die Dreierlinie. Statt sieben wie im ersten Duell landete Rocky Trice nur einen. Marathonmann Babb gelang einer mehr.

Wie geht es weiter? Am Samstag (18 Uhr) findet Spiel drei wieder in der Ratiopharm-Arena statt. Dieses Playoffs-Derby wird von Sport 1  ab 18.30 Uhr übertragen. Das vierte Spiel in Ludwigsburg ist am späten Dienstag (20.30 Uhr). Sollte dann kein Sieger feststehen (drei Siege sind nötig), dann sind die Ulmer Basketballer Gastgeber des fünften, entscheidenden Spiels am Donnerstag, 18. Mai (19 Uhr).
Wer ist möglicher nächster Gegner? Im Halbfinale müssten die Ulmer nach jetzigem wahrscheinlichen Stand gegen die Baskets Oldenburg antreten, die in ihrer Serie mit 2:0 gegen Medi Bayreuth führen. Auf ein superknappes erstes Spiel ließen sie jetzt ein 102:90-Offensivfest folgen. Eine Parallele zur Ulmer Serie bildet die vom amtierenden Meister Brose Bamberg. Der hat sich mit einem Auswärtssieg ebenfalls von seiner Heimniederlage zum Auftakt rehabilitiert. Zu Gast in Bonn siegten die Franken mit 87:71. Ein Duell mit Ulm ist aber erst im Finale möglich. Und bis dahin sind noch fünf Ulmer Siege unumgänglich. hel

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