Top-Four verpasst: Basketballer von Ratiopharm Ulm verlieren gegen Bamberg mit 61:76

Die Ulmer werden dieses Jahr nicht Pokalsieger. Der Finalist der vergangenen beiden Jahre unterlag am Mittwoch im Viertelfinale Bamberg mit 61:76. Gegenüber den letzten Spielen war ein Aufwärtstrend erkennbar.

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Brion Rush (l.) und Tim Ohlbrecht (Nr. 4) überzeugten gegen Bamberg. Das Aus im Pokal konnten das Ulmer Duo aber nicht verhindern.  Foto: 

Die schlechte Nachricht zuerst: Die Ulmer Basketballer haben am Mittwochabend mit 61:76 gegen die Brose Baskets Bamberg verloren. Damit verpasste das Ratiopharm-Team die vierte Teilnahme am Top-Four-Turnier um den Pokal. Übrigens ebenso wie Bayern München, das mit 69:74 in Berlin verloren hat.

Und nun die gute Nachricht: Die Ulmer Mannschaft präsentierte sich vor 6200 Zuschauern in der ausverkauften Arena deutlich besser, als noch am Sonntag beim 63:84 gegen den Mitteldeutschen BC. Die Hausherren traten kämpferisch auf, zeigten Emotionen und ließen keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie diese Partie unbedingt gewinnen wollen. Damit versöhnten sie auch ihre Fans, die nach der MBC-Partie ihrem Missmut mit Pfiffen Ausdruck verliehen hatten.

Dass es letztlich nicht zum Halbfinaleinzug gereicht hat, lag auch an der Stärke des Gegners. Mit zwölf Bundesliga-Siegen in Serie sind die Bamberger das Team der Stunde und haben sich nach einem verhaltenen Saisonstart am vergangenen Wochenende die Tabellenführer erkämpft. Warum das Team von Andrea Trinchieri von der Spitze grüßt, zeigte sich am Mittwoch. Die Franken setzen auf eine starke Defensive, die nur schwer zu knacken ist. Den Ulmern gelang das in den Anfangsminuten jedoch überraschend oft.

Trainer Thorsten Leibenath setzte zu Beginn auf Per Günther, Will Clyburn, Maarty Leunen, Rückkehrer Tim Ohlbrecht und überraschend auf Phillip Schwethelm. Der 25 Jahre alte Scharfschütze, der zuletzt nicht an seine starke Form zu Saisonbeginn anknüpfen konnte, sollte für mehr Gefahr von der Drei-Punkte-Linie sorgen. Mit Günther, Clyburn und Jaka Klobucar, den Schwethelm ersetzte, waren zuletzt häufig drei Spieler auf dem Feld gestanden, die gerne den Weg zum Korb suchen.

Diese erste Fünf setzte in den Anfangsminuten die Akzente, auch weil Center Ohlbrecht nach seiner Sprunggelenksverletzung wieder mit von der Partei war und zeigte, wie wichtig er für die Mannschaft ist. Nach sechs Minuten führte Ulm 11:2 und Trinchieri war so wütend, dass er früh ein Technisches Foul kassierte. "The first Minutes were ein Albtraum", beschrieb der Italiener die Auftaktphase. Der Wutausbruch des Bamberger Trainers wirkte jedoch wie ein Weckruf für sein Team. Bis zum Viertelende gelang dem ehemaligen Serienmeister angetrieben von Daniel Theis ein 16:2-Lauf. Der Ex-Ulmer erzielte bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte 17 Punkte und war damit Topscorer der Partie. Mit der Viertelsirene netzte All-Star-MVP Bradley Wanamaker per Dreier zum 18:13 ein.

Im zweiten Viertel stand die Defensive der Gäste deutlich besser und ließ in zehn Minuten nur elf Punkte der Ulmer zu. Neun davon gingen auf das Konto von Brion Rush, der mit insgesamt 16 Zählern bester Ulmer war. "Er hat ein starkes Spiel gemacht", lobte Leibenath den Shooting Guard. Allerdings konnte auch der 30-Jährige, der erst vor einer Woche nachverpflichtet worden war, nicht verhindern, dass die Baskets bis zu Halbzeitpause selber 23 erzielten und auf 41:24 davonzogen. Dabei trafen die Gäste erneut mit der Schlusssirene. Diesmal war es Janis Strelnieks, der einen Dreier in letzter Sekunde durch den Korb jagte.

Die Ratiopharm-Spieler ließen die Köpfe in der zweiten Halbzeit aber nicht hängen und kamen mit frischem Elan aus der Kabine. Leunen traf nach 15 Sekunden einen Dreier und als Clyburn und Ohlbrecht es ihm von der 6,75-Meter-Linie gleich taten, war der Rückstand unter die psychologisch wichtige Zehn-Punkte-Grenze geschrumpft (39:48). Trinchieri nahm sofort die Auszeit. Näher als auf acht Zähler kamen die Ulmer aber im dritten Viertel nicht mehr heran (45:53), da die Bamberger zu abgezockt auftraten und bis zu diesem Zeitpunkt die Hälfte ihrer Würfe aus dem Feld getroffen hatten. Daneben kontrollierte die athletische Truppe um Theis und Trevor Mbakwe die Bretter und entschied mit 42:30 das Reboundduell klar für sich.

Zehn Punkt galt es für Ulm in den letzten zehn Minuten aufzuholen. Vor eigenem Publikum machbar, auch gegen Bamberg. Dafür hätte gegen einen starken Gegner aber alles passen müssen - und das tat es am Mittwoch nicht. Als die Gastgeber noch einmal auf acht Punkte dran waren ((51:59) schlug Theis beispielsweise einen Wurf von Jaka Klobucar vom Ring. Und in den letzten drei Minuten verwarf Adam Hess zwei freie Dreier, Günther zwei Freiwürfe und Clyburn einen Schnellangriff. "Sieben Punkte hätten wir da locker machen können. Dann wird es in der letzten Minute noch einmal spannend", trauerte Leibenath den vergebenen Chancen nach. Auf der anderen Seite machte es Strelnieks besser und sorgte mit zwei Dreiern in Folge für den klaren Bamberger 76:61-Sieg.

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