BBL: Tabellenführung für die Basketballer von Ratiopharm Ulm

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Man of the match: Braydon Hobbs (re. gegen Jake Odum) war bester Passgeber und zweitbester Werfer beim Ulmer Sieg.  Foto: 

Nach dem klaren 98:75-Erfolg über Würzburg regnete es orangenes „Lametta“ auf die Ulmer Basketballer, die neuen Tabellenführer der Bundesliga. Die weihnachtliche Bescherung wurde am Mittwoch in der Ratiopharm-Arena einfach vorgezogen.

Mit 6200 Zuschauern, die vor dem Spiel ein „Oh du Fröhliche“ angestimmt hatten, feierte Ratiopharm Ulm am Abend den 14. Sieg im 14. Spiel und bleibt weiterhin die einzig ungeschlagene Mannschaft in der Eliteliga. Bis zum 26. Dezember grüßen die Ulmer auf jeden Fall von der Spitze. Dann kommt es darauf an, wie sie die Partie gegen den FC Bayern gestalten – und natürlich wie der nunmehr BBL-Zweitplatzierte aus Bamberg in Bayreuth spielt.

Ohne ihren Kapitän Per Günther, der sich wegen Nackenproblemen geschont hatte, zeigte die Ulmer Mannschaft gegen die Würzburger und einen starken Spielmacher Jake Odum (29 Punkte) komplett unterschiedliche Gesichter. Auf einen starken Start folgte ein völlig unkonzentriertes zweites Viertel. Nach der Pause dann traten die Korbjäger von Trainer Thorsten Leibenath wieder mit deutlich mehr Biss auf und entschieden letztlich die Partie im dritten Abschnitt. „13 Minuten lang war die Defensivleistung nicht akzeptabel“, sagte Leibenath, „aber als wir nach der Pause mit mehr Physis auftraten, verbesserte sich gleichzeitig auch die Offensivleistung.“

Am Anfang lief es ganz nach dem Geschmack der Ulmer. Mit einem 7:0-Start zwangen die Gastgeber Trainer Douglas Spradley gleich nach eineinhalb Minuten zur ersten Teambesprechung. Das Dreigestirn aus einem herausragenden Zupasser Braydon Hobbs (14 Assists), einem die Zone dominierenden Raymar Morgan (24 Punkte) und einem reboundstarken Da’Sean Butler (7) zauberte die Bälle durch die Ringe. Würzburg musste erst einmal zuschauen. Auf 16:4 zogen die Orangenen weg, dann gab es einen minimalen Bruch im ersten Viertel, den Odum und Co. nutzten, um den Anschluss herzustellen. Aber Ulms Center Tim Ohlbrecht sorgte mit der Uhr für das 28:21 vor  Durchgang zwei.

Diese zehn Minuten, die mit 29:17 an die Franken gingen, waren aus Ulmer Sicht zum Vergessen. Per Günther musste von der Bank aus mit ansehen, wie die Gäste locker einen 13:2-Lauf hinlegten und plötzlich beim 43:33 mit zehn Punkten vorne lagen. Ulms Defensive fand kaum statt und das schien sich auch auf den Angriff auszuwirken. So arbeiteten sich Karsten Tadda oder Chris Babb mühselig wieder heran. Gerade Babb blieb lange glücklos, machte erst nach 20 Minuten seine ersten drei Punkte zum 45:50-Halbzeit(rück)stand.

Durchschnaufen, neu konzentrieren. Leibenath erinnerte seine Mannschaft in der Pause ans Wesentliche. Die setzte die Maßgabe prompt um. Jetzt wurde wieder gekratzt und gebissen und die Führung wechselte wieder zu den Hausherren. Als Coach Spradley eine Auszeit nahm, hatte sich Ulm wieder einen kleinen feinen Vorteil verschafft (61:55/25.). Bezeichnend: Ulm fügte den Gästen neun Ballverluste zu. Ende des dritten Abschnitts erhoben sich alle Hallengäste, als Tim Ohlbrecht zum 72:62 verwandelte.

Mit diesem Zehn-Punkte-Polster und bei den Würzburgern zunehmenden Foul- und damit folglich Personalproblemen, spielten die Ulmer die Partie nunmehr gekonnt zu Ende. Acht Minuten stand übrigens Sebastian Betz, der Ex-Ulmer, auf dem Parkett. Schön: Betz traf in den Schlusssekunden noch einen Dreier. „Sie haben es wieder bewiesen. Ulm ist einfach eine tolle Mannschaft“, lautete sein Fazit.

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