Neuer Gegner für Ulmer Basketballer im Eurocup

Ratiopharm Ulm bekommt im Eurocup einen neuen Gegner. Fuenlabrada profitiert dabei vom unfreiwilligen Rückzug der italienischen Klubs.

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Jesus Ramirez freut’s. Der spanische Assistenztrainer der Ulmer Bundesliga-Basketballer kommt in dieser Eurocup-Saison in der ersten Gruppenphase ein zweites Mal zu einem Gastspiel in seiner Heimat. Eigentlich sollten in der ersten Runde nicht zwei Teams aus dem selben Land aufeinandertreffen, doch der Rückzug der italienischen Klubs bringt einiges durcheinander.

So kommt es, dass Ratiopharm Ulm neben Valencia nun mit Montakit Fuenlabrada auf ein zweites spanisches Team in der Gruppe D trifft. An den Trips nach Russland (Krasnodar), Slowenien (Ljubljana) und Israel (Jerusalem) ändert sich nichts. Neben den Ulmern sind auch die beiden anderen Bundesligisten im Eurocup betroffen. So trifft Bayern München statt auf Sassari nun auf Skopje (Mazedonien), Alba Berlin muss statt nach Cantu nun ins russische Wolgograd. Da haben es die Ulmer mit dem Gegner aus der Nähe von Madrid noch gut erwischt.

Der Rückzug der vier italienischen Klubs kommt nicht ganz überraschend. Bereits vor zwei Wochen hatte das Basketball-Portal Sportando berichtet, dass Grissin Bon Reggio Emilia, Foxtown Cantu, Dinamo Banco Di Sardegna Sassari und der ursprünglich den Ulmern zugeloste Gegner Dolomoti Energia Trento nicht im Eurocup starten werden. So waren die Offiziellen der betreffenden Klubs auch nicht bei der Gruppenauslosung in Barcelona vor Ort.

Hintergrund des nicht ganz freiwilligen Verzichts ist der seit längerer Zeit schwellende Streit zwischen der ULEB (Vereinigung der europäischen Klubs) und dem Basketball-Weltverband Fiba. Seit 2000 richtet die ULEB die Euroleague und den Eurocup aus. Zur kommenden Saison startet die Fiba mit der Champions League eine Konkurrenzliga, zudem wird es weiterhin den Europe Cup geben, den Frankfurt vergangene Saison gewonnen hat. Während die Euroleague weiterhin bestehen bleiben darf, nimmt die Fiba vor allem am Eurocup Anstoß und wollte die Austragung des bislang zweitwichtigsten europäischen Klubwettbewerbs verhindern. So setzte der Weltverband einzelne Landesverbände unter Druck und drohte unter anderem damit, Nationalteams von großen Turnieren wie Welt- und Europameisterschaften sowie Olympischen Spielen auszuschließen.

Im Fall der vier italienischen Klubs übte die Fiba über den nationalen Basketball-Verband Druck aus und drohte im Falle eines Eurocup-Starts mit dem Rauswurf aus der ersten italienischen Liga Serie A. Der Verband fürchtete unter anderem Auswirkungen für die Bewerbung Roms als Ausrichter der Olympischen Spiele 2024. Ein Sprecher von Trient sagte, dass sein Verein sehr gerne am Eurocup teilnehmen würde, aber den Rauswurf aus der Liga nicht riskieren will. Neben den italienischen Klubs werden auch keine türkischen und französischen Vereine im Eurocup antreten. Die Teilnahme an der Euroleague, in der Bamberg startet,  hat keine Folgen.

Den Bundesligisten blieb die Wahl des Wettbewerbs freigestellt. Während sich die Ulmer gemeinsam mit Alba Berlin und Bayern München für den Eurocup entschieden, werden die Baskets Oldenburg und die Fraport Skyliners in der Champions League antreten. Die Riesen Ludwigsburg müssen sich über die Qualifikation einen Platz in der neugeschaffenen Liga erkämpfen, ebenso Sassari. Die Telekom Baskets Bonn, die die abgelaufene Runde als Bundesliga-Elfter abgeschlossen haben, dürfen im Europe Cup ran.

Die Eurocup-Gruppe D

Krasnodar (Russland) Valencia (Spanien) Ljubljana (Slowenien) Jerusalem (Israel) Ratiopharm Ulm Fuenlabrada (Spanien)

Die vier besten Teams der Gruppe ziehen in die zweite Gruppenphase ein

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