Nationalspieler Robin Benzing kommt im August zum Supercup nach Ulm

Robin Benzing machte in Ulm die ersten wichtigen Schritte seiner Karriere. Als Nationalspieler kehrt er gerne zum Supercup im August zurück.

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Robin Benzing hat eine Menge Erfahrung gesammelt nach seiner Zeit in Ulm. Vier Jahre Bayern und ein Jahr Saragossa liegen hinter dem 27-jährigen Nationalspieler.  Foto: 

Im Jahr 2009 deutete es sich schon an, was aus dem 2,09 m langen Burschen mit dem Bubigesicht werden sollte. Bei seinem Debüt in der A-Nationalmannschaft am 15. August gegen Serbien steuerte er acht Punkte beim 76:57-Erfolg bei. Obwohl der damals 20-jährige Flügelspieler noch geringe Erfahrungen bei internationalen Auftritten gesammelt hatte, zeigte er keine Nervosität. Wenn sich einer so wohl fühlt, im DBB-Dress zu spielen, dann kann aus demjenigen nur ein gestandener Nationalspieler werden. Am Dienstag weilte der braungebrannte Schlaks kurz für eine Pressekonferenz im Rahmen des Supercups an der Donau. Wenn das Topturnier vom 19. bis 21. August in der Ratiopharm-Arena steigt, wird er wieder an seine alte Wirkungsstätte zurückkehren.

Robin Benzing verbindet mit dem Jahr 2009 auch ein besonderes Kapitel in seiner Karrierelaufbahn. Denn zur Saison 2009/2010 wechselte er vom  TV Langen aus der Pro A zum Bundesligisten Ratiopharm Ulm. Gleich in seiner ersten Saison in Deutschlands höchster Liga etablierte sich der wurfstarke Hesse dort im Team. In Zahlen mit 12,28 Punkten, 2,21 Rebounds und 1,17 Assists.

Wie beflissen und hart er damals in Ulm an sich gearbeitet hat, zeigt die Tatsache, dass er sich an die Festivitäten der Schwörwoche nicht mehr erinnern kann. Und selbst mit dem Schwörmontag, den er um einen Tag verpasst hatte, konnte er nichts mehr anfangen. Klar: Benzing wirkt völlig fokussiert auf seine Aufgabe mit der Nationalmannschaft, die sich diesen Sommer für die Euro 2017 qualifizieren kann. Der Supercup ist die letzte Möglichkeit, gegen ein starkes Trio aus Polen, Finnland und Russland zu zeigen, wo der Haken beziehungsweise Korbring hängt. „Die Trainings und Spiele mit den Nationalmannschaftskollegen haben für mich einen großen Stellenwert“, sagt der 27-Jährige, der vergangenes Jahr bei der EM gegen Spanien sein 100. Länderspiel absolvierte. „Wir wollen wieder gewinnen“, kennt Benzing keine andere Marschroute als die Wiederholung des Erfolges von Hamburg 2015. Der Ehrgeiz spricht ohnehin aus ihm. Nach seiner Handgelenksverletzung liegt hinter dem Small Forward eine zähe Leidenszeit. Für sechs Wochen lag seine linke Führhand in Gips. Seit vier Wochen bekommt er Physiotherapie, muss sich aber noch gedulden, bis er wieder am normalen Teamtraining teilnehmen darf. „Die Kraft fehlt mir noch, aber langsam kommt alles wieder zurück und ich verspreche, dass ich zu 99,999 Prozent auf den Punkt fit sein werde“, gibt er sich zuversichtlich. Für Benzing ist es „eine Ehre“, mit der Nationalmannschaft zu kämpfen. Dass andere abgesagt haben, findet er natürlich „schade“.

Aus persönlichen Gründen verzichteten Lucca Staiger (Bamberg), Anton Gavel (Bayern), der Ulmer Neuzugang Karsten Tadda und Heiko Schaffartzik (JSF Nanterre/Frankreich) auf einen Einsatz im DBB-Dress bei der anstehenden EM-Qualfikation (31. August bis 17. September). Ulms Kapitän Per Günther und Maik Zirbes (Maccabi Tel Aviv) gaben bei Trainer Chris Fleming ihre Verletzungen als Absagegrund an. Benzing gibt sich diplomatisch: „Mit dem vorhandenen Team machen wir das Beste daraus“, sagt der Spieler, der im zurückliegenden Jahr einen echten „Tapetenwechsel“ hinter sich hat. Der Umzug nach Saragossa im Nordosten Spaniens sei „goldrichtig“ gewesen. „Die Vier Jahre Bayern bleiben mir im Herzen, aber ich wäre stagniert, hätte ich nicht den nächsten Schritt gemacht“, erklärt er. In der starken spanischen Liga ACB habe er sich wohl gefühlt und war auch mit seiner Leistung zufrieden.

Wenn in der Ratiopharm-Arena womöglich bis zu 6000 Fans die Halle zum Kochen bringen, stellt Benzing auch einen Vergleich an. „In Spanien gibt es einige große Hallen, die nicht immer ausverkauft sind, wo aber eine tolle Stimmung herrscht. Beide Ligen haben ein hohes Fanniveau.“ Benzing, immer erfahrener und gereifter, wird als einer der Führungsfiguren in die Arena schreiten, voll fokussiert. In der Halle, wo er seine „Anfangsschritte gemacht hat“, wie er selbst sagt, da will er 100 Prozent Vollgas geben. „Es fiel mir noch nie schwer, auch im Sommer noch weiter gut zu spielen“, sagt er selbstbewusst, das schwarze DBB-Trikot bereits am Leib.

Hochkarätige Kontrahenten

Basketball-Schmankerl Ein starkes Trio wartet beim Supercup des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) vom 19. bis 21. August in der Neu-Ulmer Ratiopharm-Arena aufs Nationalteam um NBA-Profi Dennis Schröder. Polen und Finnland erreichten bei der EM im vergangenen Jahr das Achtelfinale. Russland war wie Deutschland in der Vorrunde ausgeschieden. „Wir werden Spitzenbasketball zu sehen bekommen“, verspricht DBB-Sportdirektor Ralph Held, der den Supercup ein „Highlight unter den Veranstaltungen“ nennt. Das Turnier gegen die Hochkaräter dient dem Team um Coach Chris Fleming als letzte Gelegenheit vor der Qualifikation für die EM 2017. Den Supercup im Vorjahr in Hamburg gewann Deutschland. Insgesamt setzte sich das DBB-Team vier Mal durch.

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