Eurocup-Niederlage für Ratiopharm Ulm: Im Dreierregen untergegangen

Ratiopharm Ulm bietet Asvel Lyon Villeurbanne lange Zeit Paroli, muss sich dem Dreierregen der Franzosen aber letztlich mit 84:94 (41:43) geschlagen geben.

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Was für ein Basketballspiel, was für ein Duell aus dem Dreierbereich, was für eine Lage in der Eurocup-Gruppe D:  Ratiopharm Ulm hat mit der spektakulären 84:94 (41:43)-Niederlage gegen Asvel Villeurbanne die Überlebens­­chance im Eurocup zwar deutlich reduziert.  Aber rein rechnerisch ist es immer noch möglich, die zweite Runde zu erreichen – wenn auch mit Schützenhilfe.

Ulms Trainer Thorsten Leibenath  wollte nach diesem siebten Spieltag keine Prognose wagen: „So lange es möglich ist, werden wir es versuchen.“ Ulm ist derzeit Tabellenletzter (zwei Siege, fünf Niederlagen) und muss zwei Mannschaften in dem Sechserfeld hinter sich lassen, um in die Runde der letzten 16 Teams zu kommen. Bei zwei Siegen Rückstand auf die  Mannschaften von Platz eins bis vier bei noch drei ausstehenden Spieltagen kein ganz leichtes Unterfangen. Nächste Woche geht es gegen Gran Canaria weiter.

Eins steht in jedem Fall fest: Der Aufwärtstrend nach dem schwachen Saisonstart  geht weiter. Nach zuletzt fünf Erfolgen in der Bundesliga zeigten Günther und Co. auch gegen die Franzosen ein richtig gutes Spiel sowohl in der Defensive als auch in der Offensive. Allerdings stand eben auch ein Gegner auf dem Parkett, der  noch mehr Qualität zu bieten hatte.

Nach der desaströsen 77:108-Niederlage im Hinspiel, in der die 17 Dreier der Franzosen den Unterschied ausgemacht hatten, tüftelte Leibenath nun an einem Gegenmittel. Ein Faktor sollte die Kontrolle des Tempos sein. Das ging im ersten Viertel auch rund acht Minuten auf. Ulm hatte sich eine 13:10-Führung erarbeitet. Die wenigen Punkte auf beiden Seiten waren die Folge etlicher Fehler hüben wie drüben. In den letzten zwei Minuten drehten die Franzosde jedoch plötzlich auf, holten Offensivrebounds und  schlossen die Schnellangriffe erfolgreich ab. Schnell sahen sich die Ratiopharm-Korbjäger mit einem 17:21-Rückstand nach zehn Minuten konfrontiert.

Die restlichen 30 Minuten liefen ähnlich ab. Beide Mannschaften standen sich in langen Phasen auf Augenhöhe gegenüber, dann kippte das Momentum mal auf die eine, mal auf die andere Seite. Um einen komfortablen Vorsprung rauszuspielen, reichte es aber weder für die eine noch für die andere Mannschaft.

Was sich mehr und mehr zeigte war, dass die Ulmer die gegnerischen Scharfschützen AJ Slaughter (22 Punkte, 5 von 10 Dreier) und John Roberson (25, 8 von 10 Dreier) einfach nicht in den Griff bekommen konnten. „Ich haben so eine Shooting-Performance in Europa noch nicht gesehen. Wir haben kaum Fehler gemacht, konnten die Dreier aber nicht verhindern. Das ist wirklich frustrierend“, zeigte sich Trainer Leibenath ratlos: „Wir hätten die Dreierschützen nur wirksam verteidigen können, wenn wir Spieler gehabt hätten, die zehn Zentimeter größer sind und genau so schnell auf den Beinen.“ Da aber bekanntlich jeder Zentimeter Geld kostete, gibt es  nicht so viele davon in Ulm.

Selbst noch im letzten Viertel  hatten die Gastgeber, die mit einer Trefferquote von 50 Prozent aus der  Distanz ebenfalls hochklassig unterwegs waren, durchaus noch die Chance, die Partie zu gewinnen. 70 Sekunde vor der Schlusssirene lagen die Ulmer „nur“ mit 84:88 zurück, aber dann war die Kraft ganz einfach aufgebraucht.

Unter den 4500 Zuschauern in der Arena war übrigens auch der ehemalige Ulmer Trainer Mike Taylor. Der schaute sich als polnischer Nationaltrainer seinen Schützling AJ Slaughter an. Er sah nur Gutes.

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