Matchball für Ulmer Basketballer

Die Lehren aus der Niederlage im dritten Spiel gegen Frankfurt sind gezogen. Jetzt geht es darum, die Fehler nicht mehr zu machen und mit einem Sieg über die Hessen ins Playoff-Finale einzuziehen.

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Es war in keinster Weise arrogant oder irgendwie despektierlich, sondern es war einfach die Antwort auf eine Frage. Ob denn angesichts der Bamberger Dominanz in der Basketball-Bundesliga schon alleine das Erreichen des Playoff-Finals das derzeit Höchste der Gefühle für die anderen 17 Klubs sei? Thorsten Leibenath holte aus: „Wenn wir im Finale gegen Bamberg . . .“ Der Ulmer Trainer denkt also schon übers Endspiel nach? Nein, tut er natürlich nicht, jedenfalls nicht ausführlich und öffentlich.

Er ist ja schließlich nicht Trainer der Brose Baskets, die den FC Bayern München mit einem glatten 3:0 aus der Serie  geschmissen haben. Die Ulmer Basketballer sind dagegen noch längst nicht so weit, um über die Endspielserie gegen Bamberg nachdenken zu können. Vielleicht werden sie am Dienstagabend  um circa 21.21 Uhr tatsächlich damit anfangen, sich darüber Gedanken zu machen, wie diese überragende Mannschaft zu schlagen ist. Und das nicht in einem Spiel, sondern eben in einer Serie.

Um 19.30 Uhr beginnt in der Ratiopharm-Arena das vierte Playoff-Halbfinalspiel gegen die Fraport Skyliners aus Frankfurt. In der Serie nach dem Modus „best of five“ (drei Siege nötig) führen die Ulmer nach  den zwei Siegen zu Beginn und der Niederlage vom vergangenen Samstag mit 2:1. Heute ein Sieg, dann ist der Finaleinzug geschafft. Heute eine Niederlage, dann treffen beide Teams zum fünften und entscheidenden Duell am kommenden Donnerstag erneut in Frankfurt (18.30) aufeinander. Am Sonntag beginnt die Finalserie in Bamberg.

Die Vorbereitung auf das vierte Spiel gegen die Hessen hat letztendlich schon auf der Rückfahrt am Samstag angefangen. Fehleranalyse: Was unbedingt ändern fürs nächste Kräftemessen?

Die Ulmer Großen (Raymar Morgan, DaSean Butler, Augustine Rubit) müssen besser eingesetzt werden – eine nicht ganz unwichtige Erkenntnis. Beziehungsweise muss sich das Riesen-Trio, das ziemlich früh durch Fouls belastet war,  besser einbringen. „Die Frankfurter haben im Vergleich zu den ersten beiden Spielen die Pässe zu unseren Großen besser verteidigt und sie vermehrt gedoppelt“, analysierte der Coach, der zudem seine indirekte Kritik an den Schiedsrichtern erneuerte. Wobei Leibenath das aus „diplomatischen“ Gründen gar nicht als Kritik verstanden haben möchte, sondern als simple Beobachtung und persönliche Wertung. Also hat er beobachtet, dass bei 22 Schiedsrichterentscheidungen in den ersten drei Vierteln in Frankfurt es bei 18 eine andere Entscheidung hätte geben können. Leibenaths weitere Beweisführung ist dabei schlüssig: Ulm war in der Hauptrunde das Team, das am häufigsten an die Linie durfte (24,1 pro Spiel) und 19 Mal traf. Bei den Hessen kamen sie nur 14 Mal an die Linie – und trafen dann auch noch schlecht (6). Die Ulmer durften also in der Fraport-Arena in einem Playoff-Spiel, in dem es normalerweise härter zugeht als in der normalen Saison, deutlich weniger Freiwürfe schießen. Nun hat jedes Spiel seine Eigenarten. Das dem Anschein nach wohl auch. Die Linie der Referees sei einfach eine andere gewesen, eine, in der mehr Kontakt zugelassen wurde, sagte Leibenath.

Länger aufhalten wollte sich der Coach mit dem Thema dann aber auch nicht. Schließlich ist die BBL in diesem Punkt sehr empfindlich und bestraft kritische Äußerungen schnell mit einem vierstelligen Betrag. Eine unsinnige, weil lebensferne Praxis, die abgeschafft gehört. Letztendlich haben das aber die Klubs selbst in der Hand.

Und wie war das nochmal mit der Erfolgsaussicht in einem möglichen Finale gegen die bärenstarken Bamberger? „Wir sind doch alle Sportler. Selbst wenn wir mit Ulm gegen den NBA-Klub Golden State Warriors spielen würden, hätte ich die Hoffnung zu gewinnen, würde ich nicht gleich denken, dass wir zwangsläufig verlieren“, meinte Leibenath. Aber  jetzt geht es erst einmal gegen die Frankfurter . . .

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