Leitartikel zur Situation bei Ratiopharm Ulm: Blasse Außendarstellung

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Schwierige Phase für die Ulmer Korbjäger. Der Mannschaft, die in der vergangenen Saison überwiegend einen attraktiven und erfolgreichen Basketball gespielt hat, sind fast alle Leistungsträger weggelaufen. Das Gesicht des neuen Teams ist noch nicht zu erkennen.

Zudem kämpfen die Verantwortlichen von Ratiopharm Ulm  um die Finanzierung des Projektes Orange Campus. Jenes Vorhaben, mit dem die Nachwuchsarbeit auf ein hohes Niveau gehoben werden soll. Es scheint so, als würde dieses ambitionierte Projekt die zeit­lichen und wirtschaftlichen Ressourcen des Klubs überfordern.

 Die Stadt Ulm hat die Entscheidung über Zuschüsse bis September vertagt. Beide Städte betrachten die von den Basketballern vorgelegten Finanzierungspläne mehr oder wenig kritisch. Dabei ist Klub-Finanzboss Andreas Oettel, einer der Besten seiner Zunft, wie die Entwicklung des Klubs zeigt, kein unseriöses Rechnen vorzuwerfen. Sondern es ist eine Gleichung mit einigen Unbekannten mehr, als beiden Kämmerern lieb ist.

In all der Gemengelage stellt sich aber auch die Frage nach dem Bild, das die Basketballer grundsätzlich in der Öffentlichkeit abgeben. Ist das so positiv, wie der Klub das zu transportieren versucht? Die Art und Weise, wie Manager Thomas Stoll und Oettel das Campus-Projekt  forcieren, kommt in beiden Stadtparlamenten zum Teil nicht gut an. Von Arroganz ist die Rede. Von fehlender Demut, schließlich haben beide Städte die Arena gebaut. Nicht nur für die Basketballer, aber eben auch für diese, deren  Erfolge seit 2011 (auch ohne Titel) der Halle und der Einnahmen daraus zu verdanken sind.

Ein damit einhergehendes Problem ist, dass die Basketballer keinen „Türöffner“ haben, der mit Empathie Überzeugungsarbeit auf allen Ebenen leisten kann. Oettel hat große Verdienste um den Klub erworben,  ist jedoch in der Außendarstellung ein eher trockener Vertreter. Stoll will gar nicht Menschen „einfangen“. Der Manager, als Spieler- und Talentsucher wohl unentbehrlich, ist von Natur aus eher ein Spalter denn einer, der Versöhnung im weitesten Sinne anstrebt. Dessen forsche Art hat dem Klub in den Anfangsjahren geholfen, sich zu einer Marke zu entwickeln. Aber die Zeiten ändern sich halt – und damit auch die Anforderungen an jeden einzelnen, wenn es um Außenwirkung geht. Und Trainer Leibenath hat einfach einen anderen Job.

Mittlerweile jedoch müssen gerade bei der Sponsorensuche und beim Durchboxen von Projekten auch einmal weiche Faktoren eingesetzt werden.  Auch das wäre ein Weg, den Klub einen entscheidenden Schritt nach vorne zu bringen.

Artur Kolodziejski, der ehemalige Nachwuchskoordinator und Verantwortliche für die Weißenhorner Korbjäger, hätte genau diese Rolle des „Sympathieträgers“ einnehmen können. Der Ex-Profi hat sich jedoch vom Klub (vielleicht auch mangels Perspektive?) verabschiedet. Es wird Zeit, dass sich die Basketballer in diesem Bereich verstärken.

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