Hiobsbotschaft trübt die Hoffnung der Ulmer Basketballer

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Ein Anblick, den die Ulmer noch eine Weile ertragen müssen: Der verletzte Tim Ohlbrecht steht in zivil am Spielfeldrand.  Foto: 

Manchmal reicht ein Funke aus, um ein Feuer zu entfachen. Bei Ratiopharm Ulm hoffen alle darauf, dass der 83:73-Erfolg im Eurocup gegen Bursa dieser Funke war. Gegen die Türken präsentierte sich das neu formierte Team spielerisch und kämpferisch in deutlich besserer Form als bei den drei Auftaktniederlagen in der Bundesliga. Am Doppelspieltag mit den Partien am Freitag in Jena (20.30 Uhr) und am Sonntag um 15 Uhr zuhause gegen Göttingen wird sich zeigen, ob die Bursa-Partie tatsächlich ein Schritt nach vorne oder eine einmalige Geschichte war.

Kein geeigneter Kandidat

Beide Gegner sind bislang wie Ulm noch sieglos. Doch das heißt für Thorsten Leibenath nichts. Der 42-Jährige hält es ähnlich wie der ehemalige Nationaltrainer Berti Vogts, der einst mahnte, dass es im Welt-Fußball keine kleinen Nationen mehr gibt. Auch der Ratiopharm-Coach warnt: „Es gibt keine leichten Aufgaben in der Liga.“ In (un)guter Erinnerung ist ihm das letzte Spiel in Jena, das Ulm mit 84:74 gewann: „Nach einem starken Anfang sind wir richtig vermöbelt worden und haben nur dank einer herausragenden Leistung von Tim Ohlbrecht gewonnen.“

Doch auf die Hilfe des 29-Jährigen müssen die Ulmer dieses Mal verzichten. Der Center, der sich in der vergangenen Saison schwer am Knie verletzt hatte, fällt nun doch länger aus, als angenommen. „Tim wird uns entgegen der bisherigen Prognosen noch mehrere Wochen fehlen“, sagt Leibenath. Ohlbrecht, der die Vorbereitung komplett absolviert hat, war kurz vor dem Saisonstart noch einmal operiert worden und muss nun erneut in die Reha, da sein Knie nicht stabil genug ist.

Einen Ersatz wird es vorerst aus Mangel an geeigneten Kandidaten nicht geben. „Wir sehen keinen deutschen Center, der für uns infrage kommt“, sagte Leibenath. Auch die Verpflichtung eines siebten Ausländers macht für den Coach momentan wenig Sinn: „Das bringt uns in der Masse in der Bundesliga nicht weiter.“ Allerdings hatte Leibenath erst letzte Woche erwähnt, dass eine Nachverpflichtung denkbar ist, sollte ein Akteur für längere Zeit ausfallen. Die Ulmer werden den Markt also weiter sondieren.

Trio mit 15 745 Punkten

Immerhin wird Per Günther, der den Eurocup-Auftakt wegen der Geburt seines ersten Kindes verpasst hat, wieder mit von der Partie und vermutlich auch voll gefordert sein. „Das ist eines der schwierigsten Auswärtsspiele der Saison“, stellte Leibenath klar. „Jena hat Jungs, die wissen, was es benötigt, um erfolgreich zu sein.“ In der Tat: In der seit 1998 geführten digitalen Bestenliste der Liga sind gleich drei Akteure aus dem Kader von Coach Björn Harmsen unter den besten zehn Punktesammlern zu finden. Angeführt wird die Rangliste (noch) von Derrick Allen (5495 Punkte), dem Oldenburgs Rickey Paulding (5492) dicht auf der Fersen ist. Die Wachablösung konnte der 37-Jährige vergangene Woche mit 13 Punkten im direkten Duell mit Paulding (ebenfalls 13 Punkte) vorerst verhindern. Der 36-jährige Julius Jenkins, der gegen Ulm eigentlich immer stark spielt, liegt mit 5401 Zählern auf Rang vier, Immanuel McElroy (37 Jahre/4849 Punkte) ist Sechster. Zum Vergleich: Bester Ulmer ist Per Günther als 16. mit 3566 Punkten.

Die Erfahrung des Trios schlägt sich auch im Spielstil nieder. „Die sind kompromisslos. Da gibt es kein Rumgeschnörkel, sondern klasse Arbeit“, lobt Leibenath und gibt zu: „Jena ist eine Mannschaft, die mir Freude bereitet, wenn ich ihr zuschaue – und Kopfschmerzen, wenn ich mein Team auf sie vorbereiten muss.“ Aber dafür gibt’s doch was von ...

Dass sich Thorsten Leibenath Gedanken machen muss, wie er am Sonntag im Heimspiel (15 Uhr) seinen Ex-Spieler Brion Rush stoppen kann, ist seine eigene Schuld. Der Ulmer Trainer hatte vor der Saison den Kontakt zwischen dem Guard und Göttingens Trainer Johan Roijakkers hergestellt und damit den Wechsel des 32-Jährigen zur BG eingefädelt. Rush hatte zuletzt beim 72:78 gegen Bayern München überragende 35 Punkte erzielt. Für Leibenath, der den Amerikaner in der Saison 2014/15 während der Saison nachverpflichtet hatte, keine Überraschung. „Brion ist ein Scorer vor dem Herrn“, so der Ulmer Coach.

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