Ein Puls von 180 für die Mannschaft

Marc Herrmann (52) ist stolz darauf, schon seit dem Aufstieg Teil der Ulmer Basketball-Gemeinde zu sein. Jetzt ist er als "Final-Moderator" gefragt.

|
Voll in seinem Element: Marc Herrmann mit Mikro.  Foto: 

Nach außen hin lässt sich Marc Herrmann nichts anmerken. Doch, wenn es einmal so rund geht, wie bei den vergangenen Heimspielen in der Ratiopharm-Arena, als die Ulmer Basketballer den Favoriten das Fürchten lehrten, da schnellte sein Puls schon einmal auf 180 hoch. "Spitzenpuls - so hoch ist er nicht mal, wenn ich einen Halbmarathon laufe", bekennt der 52-jährige Söflinger.

Marc Herrmann ist Teil einer großen Basketball-Gemeinde. Sein Job ist es seit dem Aufstieg in die Bundesliga für Stimmung zu sorgen, und im Zusammenspiel mit dem DJ die Leute in der Halle zu unterhalten. "Es freut mich immer zu hören, dass es improvisiert wirkt, aber es ist alles akribische Vorbereitung", so der Vater dreier Töchter ehrlich.

Rebounds, Turnover, Inside-Game - alles zunächst fremdes Terrain für den seit 1987 Ulmer Radiomoderatoren. Denn was die Sportart betraf, stammte Herrmann ursprünglich gar nicht aus dem Basketball-Lager. Fußball war sein Steckenpferd. Doch weil großer Bedarf bestand, wurde er bei den letzten beiden Spielen in der Kuhberghalle ins kalte Wasser geworfen - und siehe da: der Basketball sollte ihn bis heute komplett vereinnahmen. Er selbst stellt erschrocken fest: "Ich habe in all den Jahren kein einziges Spiel ausgelassen!"

Ein Wahnsinniger, der "Luft-Modulator", wie er sich selbst bezeichnet. Jetzt ist er am Mittwoch beim Heimspiel (20.30 Uhr) als Final-Moderator gefragt. Für ihn ist glasklar, dass sich die Ulmer nicht mit dem Vizemeister-Titel begnügen wollen. "Jetzt geht man raus, um alles rauszupressen. Jetzt will man auch Deutscher Meister werden." Herrmann jedenfalls, der diese Saison auch den Fantalk übernommen hat, gibt vollen Einsatz. Der Sprachakrobat gehörte immerhin zu den wenigen Personen, die in der heiklen Phase, wo von Spieler- und Trainerrauswürfen die Rede war, im Innern stets ein gutes Gefühl hatte: "Ich habe damals schon gedacht: Gute Typen sind das, 'ne geile Mannschaft." Schockiert haben ihn die anfänglichen Misserfolge natürlich, aber er wusste, "sie brauchen ihre Zeit, um sich zu finden." Wie recht er behalten sollte. Kapitän Per Günther, mit dem Herrmann schon lang gut befreundet ist, blicke auf eine sensationelle Saison zurück. "Er war noch nie so wichtig", so Herrmann, der mit Günther gerne über alles andere philosophiert - nur nicht über Basketball.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Unis und Kliniken im Südwesten fehlen Milliarden

Die Kommission für Hochschulbau mahnt den Investitionsstau an den Unis im Südwesten an. Sie kritisiert das Finanzministerium und macht Verbesserungsvorschläge. weiter lesen