Diesmal mit Leader Günther gegen die großen Bayern

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Mit neuem Schwung: Per Günther fehlte vor drei Monaten bei allen drei Partien gegen München. Am Samstag ist er in der Halle.  Foto: 

Die vergangenen Tage waren gemäßigt bei den Basketballern von Ratiopharm Ulm. Der historische wie beachtliche 27. Bundesliga-Sieg über Meister Bamberg liegt schon fast zwei Wochen zurück. Während die samstäglichen Gäste aus Bayern (18 Uhr/Ratiopharm-Arena) vergangenen Sonntag gegen Jena mit 98:68 den elften Sieg in Serie gewannen, genossen die ungeschlagenen Ulmer verdient ihr spielfreies Wochenende. Trainiert wurde trotzdem, aber Chris Babb und Co. haben auch ein wenig Zeit für eine Runde Fifa auf der Konsole gefunden. Karsten Tadda muss kurz überlegen, ob es besser gewesen wäre, auch auf dem Feld gestanden zu haben, aber dann meint er: „Ich sehe es eher als Vorteil, dass wir ein paar Tage frei hatten.“ Virtuelle Fußball-Battle also statt reale Basketball-Gipfeltreffen.

Jetzt geht es im Kampf um den ersten Tabellenplatz und im Endspurt der Hauptrunde für Ulm gegen den nächsten großen Brocken: der mächtige FCB ist Tabellendritter und will Bamberg unbedingt noch vom zweiten Platz verdrängen, eventuell sogar noch Ulm die Spitze streitig machen. Übrigens spielt Bamberg im zweiten Spitzenspiel am Sonntag zu Hause gegen Medi Bayreuth, aktuell viertbestes Team im BBL-Klassement.

Mit München maß sich Ratiopharm im Dezember und Januar schon drei Mal. Das BBL-Hinspiel gewann Ulm mit 87:79 – und das ohne Spielmacher Per Günther. Es war auch das Match, bei dem sich Tim Ohlbrecht am Knie verletzt hatte und fortan fehlte. Die beiden Eurocup-Duelle verloren die Ulmer Korbjäger dann gegen das bayerische Top-Ensemble, einmal mit 57:68 und einmal 98:101 nach Verlängerung.

Das heutige Münchner Team ist aber nicht mit dem aus diesen Monaten zu vergleichen. Inzwischen hat der Pokal-Vizemeister mit zwei Koryphäen seine Durchschlagskraft vergrößert. Nationalspieler Maik Zirbes und den erfahrenen Ex-Ulmer Dru Joyce. „Zirbes und Joyce sind sehr spielstark. Dadurch ist Bayern stärker als noch vor drei Monaten“, meint Trainer Thorsten Leibenath, der in Bamberg aber nach wie vor den größten Konkurrenten erkennt. Für Samstag analysiert werden darum die Spiele gegen Bamberg oder zuletzt Jena sowie die internationalen Duelle gegen Malaga. Auch Babb hat Respekt vor den Neuen: „Sie haben zwei qualitativ wertvolle Spieler dazu gekriegt, es wird definitiv schwer, weil sie sehr physisch spielen, vor allem auch die Big Men – und auch gut treffen.“ Sagt derjenige, der aus dem Dreierbereich immer für einen entscheidenden Korb gut ist.

Beide Lager spielen sich momentan die Favoritenrolle zu, für Bayern-Coach Sasa Djordjevic  gilt: „Ulm spielt zurzeit den wahrscheinlich besten Basketball in der Bundesliga und ist der größte Favorit auf den Titel.“  Jedes Spiel gäbe es einen anderen, der groß aufspiele, nicht nur Morgan sei gefährlich, der momentan effektivste Spieler auf dem BBL-Parkett. Dieser gibt sich gewohnt cool: „Auch im vierten Spiel machen wir uns nicht mehr Druck als sonst, unser Fokus ist der gleiche“, sagt der US-Center, der alle die Zukunft betreffenden Fragen ausblendet: „Ich weiß es noch nicht, was nächste Saison sein wird. Ich konzentriere mich auf das Hier und Jetzt. Hoffentlich bleiben wir weiter ungeschlagen, das ist, was gerade zählt.“

Morgan, Babb und Tadda sind sich einig, dass es gut tut, dass Per Günther wieder in der Mannschaft ist. Morgan sagt: „Per ist ein toller Leader für uns und wir sind froh, dass er wieder dabei ist und uns pusht.“ Auch Tadda zählt auf die Stärken des Point Guards: „Wenn Per dabei ist, ist es umso besser für uns. Er ist ja wie ein Homegrown-Hero, die Fans wollen ihn sehen. Er hat mittlerweile auch besser in seinen Rhythmus gefunden, und wenn er fit ist, dann wird auch die Mannschaft besser.“ Dann fallen mehr Dreier. Die braucht es auch, um die Bayern  zu übertrumpfen. Und das ist Basketball für Ulmer Topspieler wie Morgan: „Ich mag Basketball lieber, weil hier mehr getroffen wird als im Fußball.“

Tim Ohlbrecht ist neuer Botschafter der Ernst Prost Stiftung. Derzeit noch im Verletztenstand widmet sich der Center gerne dem Thema Gesundheit und als Vater auch dem Thema Familie. Durch die Trikotauktion der BBU’01 kamen 3675 Euro zusammen, die  der 28-Jährige an Liqui-Moly-Chef Ernst Prost weitergab. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, diese Arbeit über die Ernst Prost Stiftung zu unterstützen“, sagte Ohlbrecht. „Wenn ein Kind schwer erkrankt ist, ist es für Familien immer eine schwere Situation. Der Förderkreis für tumor- und leukämiekranke Kinder Ulm e.V. leistet seit Jahren Enormes für an Krebs erkrankte Kinder und deren Familien.“ swp

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