Die heimlichen Stars der Ulmer Basketballer

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  • Sohn Drae ist der Grund, dass Da’Sean Butler nach mehreren Knie-Operationen noch einmal als Spieler zurückgekehrt ist. 1/4
    Sohn Drae ist der Grund, dass Da’Sean Butler nach mehreren Knie-Operationen noch einmal als Spieler zurückgekehrt ist. Foto: 
  • Megan, Donovan und Drae Butler sind bei jedem Spiel.  Foto: Apprich 2/4
    Megan, Donovan und Drae Butler sind bei jedem Spiel. Foto: Apprich Foto: 
  • Stets gut gelaunt: Sadie Hobbs mit Töchterchen Haven.  Foto: BBU’ 01 3/4
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Der heimliche Star der Ulmer Bundesliga-Basketballer heißt Drae. Kaum haben Papa Da’Sean Butler und seine Teamkollegen das Parkett der Ratiopharm-Arena verlassen, flitzt der dreijährige Wirbelwind mit der Wuschelfrisur übers Spielfeld und jagt dem Basketball hinterher. Mit seinen Auftritten hat der süße Knirps schon einige Fans gewonnen, wie Mama Megan kürzlich überrascht feststellte, als Drae von Zuschauern mit Namen begrüßt wurde.

An Spielkameraden mangelt es dem kleinen Butler in dieser Saison wahrlich nicht. Auch, wenn Brüderchen Donovan Chase mit einem Jahr noch zu klein ist, um mitzuspielen. Dafür hat Assistenztrainer Pete Strobl mit seiner Frau Sheryll genügend Mitspieler mit nach Ulm gebracht. Die Söhne Peja (9 Jahre), Kayser (7), Bas (5) und Töchterchen Viennica (2) sind nach den Spielen ebenfalls in der Arena anzutreffen.

Mit Braydon Hobbs und Karsten Tadda stießen zwei weitere Familienväter zum Team, Chris Babb wurde in der Sommerpause Vater und Tim Ohlbrecht erwartet mit seiner Frau Katrina im Februar den ersten Nachwuchs. Für Coach Leibenath eine schöne Entwicklung: „Ich freue mich, wenn durch Kinder etwas Leben in die Minifamilie der Ulmer Basketballer kommt, und diese dadurch belebt wird.“

Zeit für die Familie bleibt den Profis an Weihnachten aber kaum. Bereits am zweiten Feiertag steht die Partie bei Bayern München an, da kann Leibenath kaum frei geben. So ist nur an Heiligabend für den Abend und am Vormittag des 25. kein Training vorgesehen. Einige Spieler bekommen deshalb Besuch von den Verwandten.

Wie beispielsweise Karsten Tadda, dessen Schwiegereltern aus Bamberg anreisen, um das erste Weihnachtsfest von Enkel Luis live mitzuerleben. Der Kleine ist gerade einmal fünf Monate alt, was ihn aber nicht davon abhält, das Leben von Papa Karsten und Mama Kyra komplett umzukrempeln.

„Das ist schon die bisher größte Veränderung in unserem Leben“, sagt Tadda: „Der komplette Tag dreht sich nun um Luis.“ In einem Alltag, der bislang hauptsächlich von Spiel- und Trainingsplänen bestimmt wurde, eine gehörige Umstellung. Doch der 28-Jährige hat doppeltes Glück: Zum einen ist Luis ein „pflegeleichtes Kind“, wie der Nationalspieler verrät. Zum anderen unterstützt ihn seine Frau und übernimmt beispielsweise die „Nachtschichten“ vor den Spielen. Denn der Filius schläft noch nicht durch und meldet sich mehrmals in der Nacht. Für Tadda kein Problem: „An Schlafmangel leide ich nicht.“

Wissenschaftliche Studien, wie sich die Geburt eines Kindes auf die Leistungsfähigkeit von Profisportlern auswirkt, gibt es laut Markus Gretz übrigens  keine. Der sportpsychologische Experte vermutet aber, dass die Vaterschaft eher eine Motivationshilfe ist. Schließlich sind mit Stephen Curry und LeBron James die besten Basketballer der Welt junge Väter. Einzig der mangelnde Schlaf könne problematisch sein.

Ähnlich sieht das Leibenath, der bei einer Vaterschaft Vor- und Nachteile sieht. Dem möglichen Schlafdefizit stellt er die neue Verantwortung gegenüber: „Man kann davon ausgehen, dass ein Familienvater ruhiger ist und außerberufliche Aktivitäten deutlich reduziert werden.“ Mit anderen Worten: Disko, Partys und Feiern ist nicht mehr drin (oder nicht mehr so häufig), wenn einen der Nachwuchs morgens um sechs Uhr mit Gebrüll weckt.

Im Fall von Da’Sean Butler hat Drae sogar dafür gesorgt, dass sein Papa überhaupt noch Basketball spielt. Der Forward war nach mehreren Knieoperationen eigentlich schon als Assistenzcoach tätig, als 2013 das Angebot kam, es doch noch einmal als Spieler zu versuchen. Der damals 25-Jährige zögerte nicht: „Mir wurde klar, dass Drae mich nie als Spieler sehen würde. Das wollte ich nicht.“ Wer den kleinen Butler mit dem Basketball sieht, weiß, dass der Tag kommen wird, an dem der Vater dem Sohn stolz bei einem Spiel zusehen wird.

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