Der Wunsch nach neuen Morgans und Babbs

Ratiopharm Ulm steht trotz oder wegen der Rekordsaison in der BBL erneut vor einem großen Umbruch. Zahlreiche Stars verließen den Verein schon. Fans und Umfeld warten gespannt auf neue starke Spielertypen.

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  • Braydon Hobbs, Raymar Morgan, Chris Babb und Augustine Rubit (v.l.) sorgten für die schönsten Basketball-Momente in der vergangenen Saison bei Ratiopharm Ulm. Gerade jenes Quartett, das so richtig einschlug, verließ jetzt den Klub. 1/4
    Braydon Hobbs, Raymar Morgan, Chris Babb und Augustine Rubit (v.l.) sorgten für die schönsten Basketball-Momente in der vergangenen Saison bei Ratiopharm Ulm. Gerade jenes Quartett, das so richtig einschlug, verließ jetzt den Klub. Foto: 
  • Chris Babb ( ratiopharm ulm ) Jubelt , ratiopharm ulm vs. MHP Riesen Ludwigsburg, Playoff Viertelfinale, easyCredit BBL, Basketball, 18.05.2017, Foto: Langer/Eibner-Pressefoto  Download am 2017 für 2/4
    Chris Babb ( ratiopharm ulm ) Jubelt , ratiopharm ulm vs. MHP Riesen Ludwigsburg, Playoff Viertelfinale, easyCredit BBL, Basketball, 18.05.2017, Foto: Langer/Eibner-Pressefoto Download am 2017 für Foto: 
  • Raymar Morgan ( ratiopharm ulm ), ratiopharm ulm vs. ALBA Berlin, esayCredit Basketball Bundesliga, Basketball, 18.03.2017, Foto: Langer/Eibner-Pressefoto  Download am 2017 für 3/4
    Raymar Morgan ( ratiopharm ulm ), ratiopharm ulm vs. ALBA Berlin, esayCredit Basketball Bundesliga, Basketball, 18.03.2017, Foto: Langer/Eibner-Pressefoto Download am 2017 für Foto: 
  • Will Thomas ( Valencia Basket ) Augustine Rubit ( ratiopharm ulm ), ratiopharm ulm vs. Valencia Basket Club, Eurocup, Basketball, 16.11.2016, Foto: Langer/Eibner-Pressefoto  Download am 2017 für 4/4
    Will Thomas ( Valencia Basket ) Augustine Rubit ( ratiopharm ulm ), ratiopharm ulm vs. Valencia Basket Club, Eurocup, Basketball, 16.11.2016, Foto: Langer/Eibner-Pressefoto Download am 2017 für Foto: 
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Wie schnelllebig das Basketball-Geschäft ist, kann gut bei Ratiopharm Ulm beobachtet werden. Keinen Bundesliga-Titel schafften die Ulmer, aber immerhin wurden sie Hauptrundenerster mit einer wahnsinnigen Rekordserie an Siegen. Ein eingespieltes Team mit starken Individuen war das, das den historischen Erfolg einbrachte und in den Medien groß gespielt wurde. Dennoch schweißt so etwas im Basketball nicht nachhaltig zusammen. Viele der Leistungsträger loten ihre Möglichkeiten jede Saison neu aus – und unterschreiben hochdotierte Verträge bei Klubs im In- und Ausland.

Sechs Spieler, darunter vier der Kategorie Spitzenklasse, verließen bis dato die Ulmer Mannschaft. Raymar Morgan, der Beste der Besten, wechselte in die Türkei. Auch dass Chris Babb, der unglaublich effektive Amerikaner, sich mit Kuban einen neuen Geldgeber gesucht hat, ist keine Überraschung. Ob sich seine junge Familie in Krasnodar genauso wohl fühlen wird wie in Süddeutschland, sei mal dahingestellt. Die tendenziell „fiesesten“ Abgänge waren die zur BBL-Konkurrenz. Auch, weil sich der Klub an der Donau wieder eingestehen muss, dass 15 Millionen Unterschied zu den Budgets der Spitzenklubs nicht so einfach auszugleichen sind. So zog es Aufbauspieler Braydon Hobbs zum FC Bayern München, Reboundkönig Augustine Rubit unterschrieb bei Meister Brose Bamberg. Spielmacher Karsten Tadda wechselte nach Oldenburg, Center Jonas Wohlfarth-Bottermann nach Frankfurt.

Es ist nicht so, dass die Ulmer Verantwortlichen sich nicht gestreckt hätten. „Wir haben jedem Spieler ein besseres Angebot gemacht“, sagt Trainer Thorsten Leibenath. „Bei den Abgängen ist es uns nicht gelungen, sie zu überzeugen, dafür konnten wir Da’Sean Butler halten, das ist auch nicht leicht gewesen.“ Wenn der Flügelspieler auf dem Feld stand, war er enorm wichtig für das Punktekonto (im Schnitt 10,4) und auch bei den Rebounds (4,8). Drei der „importierten“ Spieler für eine weitere Saison zu verpflichten, „wäre sensationell“ gewesen, erklärt Leibenath, „einer ist schon gut“.

Doch der magere Stamm um Kapitän Per Günther und Center Tim Ohlbrecht  muss deutlich angereichert werden, will man wieder in den Playoffs aber auch im Eurocup eine Rolle spielen. Sind Kaliber wie Morgan oder Babb überhaupt zu kompensieren? „Natürlich können wir die nicht eins zu eins ersetzen“, bestätigt der 42-jährige Coach. „Selbst, wenn wir diese Saison mehr Spieler­etat zur Verfügung haben, ist das nicht möglich. Viele haben sich einfach in andere Sphären gespielt“, betont er nochmal. Manager Thomas Stoll sprach im Interview mit dem Magazin „Big“ von fünf Prozent Steigerung im Spieleretat. Aber auch dann seien keine großen Sprünge möglich. „Für fünf Prozent mehr werden weder ein Braydon Hobbs noch ein Da’Sean Butler oder ein Taylor Braun einen Vertrag unterschreiben“, sagte Stoll. Gerade hinter Braun steht noch ein Fragezeichen. Leibenath diplomatisch: „Es besteht immer noch eine Chance, dass er bleibt.“ Stoll wird sich zusammen mit Assistenztrainer Pete Strobl am Montag Richtung Las Vegas aufmachen. Bei dem Trip während der Summerleague geht es wie immer darum, die Augen nach geeigneten Collegespielern aufzuhalten. Hier besteht die reale Hoffnung, dass mindestens eine der vakanten Amerikaner-Positionen besetzt wird.

Akpinar und Thompson

Bislang wurden der fast zwei Meter große US-Flügelspieler Ryan Thompson aus Bonn und das deutsche Spielmachertalent Ismet Akpinar von Alba Berlin als Neuzugänge verkündet. So verheißungsvoll Akpinar aus der Berliner Talentschmiede und der Kräftige der Telekom Baskets auch sein mögen, für die Ulmer Fans eher nur schwacher Ersatz für die Helden der Saison 2016/17. Stoll ließ sich in „Big“ tröstend zitieren: „Wir werden Spieler zwischen 23 und 28 Jahren finden, die bei uns besser spielen, als es ihr Gehalt vermuten lässt.“

Die neue Saison im Eurocup startet am 11. Oktober und gleich zum Auftakt kommt es für Ratiopharm Ulm zum Wiedersehen mit dem Ex-Ulmer und besten Bundesliga-Spieler der zurückliegenden Saison, Raymar Morgan. Auch Pierria Henry steht im Aufgebot des türkischen Erstligisten Tofas Bursa. „Ich finde, wir haben ein interessantes Los in unserer Gruppe D gezogen. Ich verbinde viele eher gute Erinnerungen mit den Teams und den Standorten“, sagt Trainer Thorsten Leibenath.Die Eurocup-Tickets für die Spiele der fünften Teilnahme bei diesem europäischen Wettbewerb gibt es zunächst für Abonnenten. Der Ticketverkauf beginnt am Mittwoch, 19. Juli. hel

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