Playoffs-Krimi: Ulm will in Ludwigsburg ausgleichen

Am Mittwoch wollen sich die Basketballer von Ratiopharm Ulm in der Playoffs-Serie den Heimvorteil zurückholen. In Spiel zwei in Ludwigsburg wird es wieder eng zugehen und die Würfe aus dem Feld eine wichtige Rolle spielen.

|
Angreifen, werfen und Fouls ziehen: Casey Prather und Raymar ­Morgan (r.) wissen, wie sie die Riesen knacken können.  Foto: 

Der beste Spieler der Ulmer Basketballer Raymar Morgan erwartet, dass das zweite Spiel in der Playoff-Viertelfinalserie in Ludwigsburg am Mittwoch (20.30 Uhr/Telekombasketball.de) gar nicht viel anders aussehen wird. „Es wird wieder viele Hochs und Tiefs geben, wieder darum gehen, wer die meisten Dreier macht. Wir halten uns an unseren Plan und  holen uns diesmal den Sieg“, sagt der als wertvollster Spieler der Bundesliga ausgezeichnete Amerikaner und Topscorer der ersten Partie.

Tatsächlich ist da etwas dran. Die Begegnungen mit den Ludwigsburgern verliefen bislang immer knapp und in den zurückliegenden Partien gewann stets das Team, das besser aus dem Feld traf. Das war in der Ratiopharm-Arena zuletzt aufgrund der besseren Dreierbilanz klar das Team aus der Barockstadt (48 Prozent Feldquote zu 43). Für den 1:1-Ausgleich der Serie müssen also die erfolgreichen Würfe her.

Und wie Morgan warnt auch Ulms Trainer Thorsten Leibenath davor, jetzt leichtsinnig zu glauben, dass die Ludwigsburger keinen offensiven Sahnetag mehr erwischen werden. „Das wäre naiv“, meint der „beste Coach“ der Liga, „als Profi muss man sich auf alles einstellen. Unsere Aufgabe ist, dem Gegner noch mehr Optionen in seinem Spiel wegzunehmen.“ Im gleichen Zuge nennt der 42-Jährige drei Namen: Cliff Hammonds, Chad Toppert und Rocky Trice. „Denen müssen wir auf den Füßen stehen“, betont Leibenath.

Anderen ist man ja schon gut auf den Füßen gestanden: Jack Cooley etwa, der an seinem eigenen Korb nicht so richtig zur Entfaltung kam. Die Ulmer, die in Spiel eins das Reboundduell gegen Ludwigsburg gewonnen haben, sollten sich auch etwas für DJ Kennedy überlegen, der schnell mal auf 21 Punkte kam. Der amerikanische Flügelspieler, der erst seit März wieder im Riesen-Team steht, scheint es zu genießen, in den Playoffs richtig aufzudrehen.

Mehr Fouls ziehen

Morgan und auch Augustine Rubit sollten am Brett wieder eine Macht bilden,  gleichzeitig müssen sich die Ulmer auch die Schwäche der Ludwigsburger, die Fouls, zu nutze machen. „Wir haben es nicht geschafft, die großen Spieler vom Feld zu bekommen“, stellt der Trainer fest. Am Ende hatten Drew Crawford, Johannes Thiemann und  Chad Toppert vier Fouls – zu wenig. Auch Leibenaths Gegenüber John Patrick wird sich Gedanken gemacht haben, wie er mit einem anderen System oder Überraschungsmomenten die Ulmer vor Probleme stellt. Ein besonders bildlicher Begriff im Basketball lautet diesbezüglich „Ganzfeldpresse“. Ein beliebtes Mittel der Ludwigsburger, den Gegner mit Beginn der Angriffszeit kompromisslos unter Druck zu setzen. Jeder Schritt im Spielaufbau soll dabei im Keim erstickt werden. „Darauf sind wir vorbereitet“, sagt Leibenath cool, denn das bewährte Rezept wird dagegen sein: „Den Ball besser und schneller zu bewegen, nicht zu passiv agieren und sich nicht zu häufig in Eins-zu-eins-Situationen verstricken.“ Die Ulmer Mannschaft muss Regie führen.

So interessiert es die Spieler recht wenig, dass die Auswärtsbilanz in der MHP-Arena mehr als besorgniserregend ist. Aus 13 Spielen in der Barockstadt haben die Ulmer nur zwei gewonnen. Das aktuelle Ensemble wird sich ins Gedächtnis rufen, dass es diese Hauptrunde tatsächlich nur einmal auswärts verloren hat. Und das war eben die 61:79-Niederlage gegen die Riesen, die Pokalniederlage einmal nicht dazu gezählt. Um Karsten Taddas Worte zu zitieren: „Die Ludwigsburger haben noch nicht unser wahres Gesicht gesehen.“ Das gilt es jetzt in den Playoffs zu zeigen.


Hinein in die hitzige Atmosphäre der „Gelben Wand“ begleiten die Ulmer Basketballer 300 Fans. In Spiel eins haben sich die Ratiopharm-Anhänger eine spezielle Choreo ausgedacht, haben orangene und weiße Karten hochgehalten mit dem Mottospruch „We are one“. Und bei Freiwürfen tauchte zur Ablenkung der Riesen nicht nur wieder ein übergroßer Kopf von Raymar Morgan mit Teufelshörnern auf, sondern auch eine Dame in Bikini. Ob die Fans diese Artikel mit in die MHP-Arena bringen? Laut wird es auf jeden Fall. Die Ludwigsburger, die schon in Spiel eins mit Trommeln angereist waren, werden versuchen, den Lautstärkepegel ebenfalls auf „AC/DC-Niveau“ zu bekommen. hel

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Themenschwerpunkt

Ratiopharm Ulm

Ob Spielberichte oder Transfergerüchte - auf dieser Seite erfahren Sie alle Neuigkeiten rund um den Ulmer Basketball-Bundesligisten.

mehr zum Thema

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ulmer Weihnachtsmarkt eröffnet am Montag

Kürzer, größer, sicher: 26 Tage dreht sich ab Montag auf dem Ulmer Münsterplatz alles um Glühwein, Wurst und Co. Betonwände sollen vor Terror schützen. weiter lesen