Der Finne Danny Jansson ist Trainer von drei Basketball-Teams

Wenn Danny Jansson über Basketball spricht, kommt er schnell ins Schwärmen. Sein Gegenüber merkt sofort: Der Finne brennt für seinen Sport. Seit Juli ist er Hauptverantwortlicher der Jugendarbeit in Ulm.

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Basketball-Trainer Danny Jansson hat mit seinen drei Teams allerhand zu tun.  Foto: 

Danny Jansson ist seit diesem Sommer neuer Trainer der Weißenhorn Youngstars in der Pro B der Zweiten Liga, des Regionalligateams und der U 19 (NBBL) der Ratiopharm-Akademie der Ulmer Bundesliga-Basketballer. "Im Grunde trainiere ich einen Pool aus 24 Spielern, aus denen wir dann die verschiedenen Mannschaften aufstellen", erläutert er.

Jansson war jahrelang Headcoach des finnischen Erstligisten PuHu Vantaa. Dort hat er mit 28 Jahren seine Karriere als Spieler beendet, um nahtlos ins Trainergeschäft einzusteigen. "Bevor ich in Ulm zugesagt habe, habe ich mich um meine Nachfolge gekümmert", sagt Jansson. "Zwei Leute, ein Headcoach und einer für die Organisation haben mich ersetzt." Trotzdem sei es ein sehr emotionaler Abschied gewesen: "Es war aber auch klar, dass ich ein solches Angebot aus Ulm nicht abschlagen konnte."

Die Abschiedstränen sind mittlerweile getrocknet, Jansson empfindet seine neue Heimat als sehr angenehm. "Ich mag die Stadt", erzählt er. "Auch wenn ich noch nicht so viel davon gesehen habe. Mein Alltag wird von Arbeit bestimmt."

Und auch in der Ratiopharm-Akademie fühlt sich Jansson wohl. Er habe fantastische Spieler in Finnland zurücklassen müssen, "aber die Jungs hier verdienen mich genauso, sie sind großartig." Außerdem sei in Ulm alles um einiges größer, professioneller aufgezogen. "Hier haben wir eine richtige Akademie, also rekrutierte, wirklich sehr, sehr gute Spieler", schwärmt Jansson. Und die seien auch noch ein ganzes Stück größer als seine finnischen Spieler. Das sei aber nicht das Entscheidende, sagt Jansson. "Das Wichtigste an einem Spieler ist sein Wille", sagt der 35-Jährige. "Er kann noch so schnell, groß und talentiert sein. Wenn ihm die Leidenschaft fehlt, kannst du auch als Trainer nicht viel machen."

Und Leidenschaft braucht man, wenn man unter Danny Jansson trainiert. Ein Training mit sehr hoher Intensität ist für ihn Pflicht. "Du trainierst wie du spielst", sagt er. Das ist wohl einer der Gründe, warum sich die Klub-Leitung für den Finnen entschieden hat. "Danny passt perfekt zum Ulmer Basketball: Er lebt unsere Sportart, lässt schnell spielen und fordert harte Arbeit und bedingungslosen Einsatz", sagt der Sportliche Leiter Artur Kolodziejski.

Die Grundphilosophie, nach der Jansson spielen lässt, ist von Ratiopharm vorgegeben. Und eng mit den Vorstellungen von Thorsten Leibenath, dem Headcoach des BBL-Teams, verzahnt: "Ich tausche mich so oft es geht mit Thorsten aus." Außerdem gibt es wöchentliche Treffen zwischen allen Coaches und der sportlichen Leitung des Klubs. "Wir analysieren die letzten Spiele, sprechen an, was gut und was schlecht war", berichtet er: "Und ob wir eventuell etwas an unserer Spielweise ändern müssen."

Bisher war das bei Janssons Teams nicht der Fall, die Saison läuft gut. "In der Offensive hapert es im Moment noch, da schließen wir nicht gut genug ab. Das muss besser werden", sagt er. "Dafür kommen wir aus einer sehr guten, aggressiven Defense." So habe man sich das vor der Saison vorgenommen, das garantiere den momentanen Erfolg.

Obwohl er von sehr guten Bedingungen in Deutschland spricht, übt Danny Jansson auch Kritik an seinem neuen Arbeitsumfeld: In Finnland gebe es eine deutlich bessere Verzahnung zwischen Bildung und Leistungssport. So hätten Talente in seiner Heimat die Möglichkeit, drei Mal die Woche morgens ein volles Training durchzuziehen. "Hier haben manche meiner Spieler morgens nur 45 Minuten frei, dann muss sie der Coach von der Schule holen, hat weniger als 30 Minuten mit ihnen. Nach einer Zwei-Minuten-Dusche muss er sie wieder in die Schule fahren", klagt er. "Manche können vormittags wegen der Schule gar nicht trainieren."

Da könne sich Europa noch einiges von den USA abschauen, so Jansson. Dort gebe es tolle Möglichkeiten, jedes College habe Stipendien, die Talenten ein Training mit "vollem Einsatz" ermöglichten.

Danny Jansson hat also noch einige Aufgaben vor sich. Und die will er auch erfüllen. "Ich bin einer, der aufbaut", sagt er. "Ich versuche nicht, so schnell wie möglich die Karriereleiter hochzuklettern. Ich nehme nicht einen anderen Job an, nur weil er mehr Geld bietet oder attraktiver scheint." Dementsprechend stellt sich Jansson seine Zukunft in fünf Jahren vor: "Ich hoffe, dann bin ich noch immer in der Ratiopharm-Akademie, die dann noch besser ist, habe sehr gute Spieler hervorgebracht, die auch schulisch bestehen - und vielleicht bin ich auch ein besserer Coach."

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