Center Boris Savovic verlässt die Ulmer Basketballer

Ratiopharm Ulm ist am Freitag ohne Boris Savovic nach Bremen geflogen. Der Vertrag mit dem Center wurde aufgelöst. In Quakenbrück wollen die Ulmer jetzt erst recht der Niederlagenserie ein Ende setzen.

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#14 Boris Savovic Fakten: Forward/Center, 2,10 Meter, 105 Kilogramm, Jahrgang 1987, Serbe, Neuzugang vom FC Bayern München Was ist kommende Saison von ihm zu erwarten? Kommt vom Deutschen Meister Bayern München, wo er unter Svetislav Pesic nicht viel Einsatzzeit bekommen hat. Brennt nun darauf, wieder spielen zu dürfen. Leibenath: »Ein sehr taffer und physisch starker Spieler.«  Foto: 

Geschlafen haben Manager, Trainer und Boris Savovic nicht viel in der Nacht von Donnerstag auf Freitag. Noch einige klärende Gespräche hat es gegeben. Am Ende stand fest, dass der Serbe von Ratiopharm Ulm noch vor der Wechselfrist am 28. Februar die Mannschaft verlassen wird. Seine nächste Station heißt KK Budunost VOLI in Montenegro, ein Team, das um die Meisterschaft buhlt. Die Ulmer treten damit am Samstagabend (20.30 Uhr) bei den Artland Dragons in Quakenbrück ohne den Center an.

Damit überschlagen sich die Ereignisse einmal mehr beim Basketball-Bundesligisten, der vergangene Woche erst Brion Rush auf der Shooting-Guard-Position verpflichtet hat. Savovic, der vor der Saison eigentlich als gelernter Power Forward vom FC Bayern München kam, spielte in Ulm als Big Man, der im Schnitt immerhin 11,3 Punkte erzielte und sich 3,6 Rebounds erarbeitete. Jetzt fehlt durch den plötzlichen Weggang des siebten Ausländers wieder ein Mann unterm Korb.

Trainer Thorsten Leibenath weiß aber, dass ein Jonathan Maier, ein Adam Hess oder ein engagierter Spieler wie Isaiah Philmore diese Lücke schließen können. Trotzdem drängt sich die Frage auf, ob der Klub in der verbleibenden Woche vor der Wechselfrist noch einen Neuen dazuholt. Der Ulmer Coach schließt diese Möglichkeit nicht aus: "Einen Schnellschuss wird es sicherlich nicht geben. Aber wenn wir einen Neuen holen, dann einen großen Spieler, um die Fünfer-Position wieder zu besetzen."

Am Freitagmorgen schüttelten die Ulmer Spieler mit ihrem 27-jährigen Kollegen ein letztes Mal die Hände, ehe er bereits in Richtung der neuen Herausforderung abhob. Keineswegs sei er gern gegangen. "So ein Team habe ich noch nie erlebt, und werde es wahrscheinlich auch nicht mehr", bekannte der 2,10-m-Kerl. Auch Leibenath betont, dass "menschlich alles perfekt gepasst hat, nur sportlich, da lief's eben nicht perfekt". Savovic fiel im Januar in drei Partien verletzungsbedingt aus, nachdem er Ende November bis Anfang Dezember seine Hochphase bei den Ulmern erlebt hatte. Einen echten Aussetzer wies der Serbe allerdings während seiner 18 Partien im Ratiopharm-Trikot nicht auf. Abschied, Neuanfang, Spieler kommen und gehen, eine wilde Saison eben. Das gehöre zum Profigeschäft, erinnert Leibenath.

Für die verbliebenen Ulmer gilt es nun am Samstag gegen Quakenbrück, sich gegenüber der beiden mäßigen Leistungen daheim gegen den MBC (63:84) und bei der 61:76-Pokalniederlage gegen Bamberg zu steigern. Der Gastgeber, aktuell Tabellenachter, verfügt über Spieler, die für die beste Dreierquote der Liga sorgen (41 Prozent). Scharfschützen wie David Holston, Lawrence Hill oder auch Dennis Horner - um nur drei zu nennen - zwingen die Ulmer, das Duell defensiv anzugehen. "Schon gegen Bamberg sind wir defensiv ins Spiel gestartet, dürfen aber diesmal auch nicht unsere Offensive vernachlässigen", so der Trainer. Mit 61 Punkten gegen die Brose Baskets warfen die Ulmer ihren niedrigsten Wert überhaupt diese Saison. Ironischerweise war es gerade Neuzugang Rush, der die meisten Zähler beisteuerte und auch in dieser Woche "die stärkste Trainingsleistung abgeliefert hat". Auch was die Korbvorlagen angeht, müssen sich die Ulmer weiter strecken. Die Dragons (19,1 Assists) führen diesen Wert ohnehin an, die Ulmer (14,6) wollen gegenüber dem letzten Wert (16) noch eine Schippe drauflegen.

Feuriger Frease

Routinierter Center Wegen des Ausfalls von Kapitän Anthony King (Muskelverletzung an Wade) haben die Artland Dragons aus Quakenbrück Mitte Januar Kenneth Frease geholt. Der 25-jährige US-Amerikaner hatte in der vergangenen Spielzeit 32 Mal für die Dragons gespielt und ist jetzt vom türkischen Zweitligisten Yesilgiresun Belediye ausgeliehen. In kurzer Zeit hat sich der Center im Norden wieder eingelebt. "Frease kann statistisch mit King mithalten", zollt Ratiopharm-Trainer Thorsten Leibenath dem Ersatz Respekt. Seine Ulmer sind dazu gezwungen, das Frease-Feuer unterm Korb zu kontrollieren.

 

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