Playoffs: Ratiopharm Ulm gewinnt zweites Viertelfinalspiel

Die Ratiopharm-Korbjäger gleichen die Playoffs-Serie dank eines starken Auftritts an den Brettern mit einem 82:76 (40:40)-Sieg gegen die Riesen Ludwigsburg zum 1:1 aus.

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Karten Tadda (links) hatte es vorausgesagt. Die Ulmer lassen sich von den Riesen nicht lumpen.  Foto: 

War es schon das Ulmer Playoff-Gesicht? Auf jeden Fall war es ein grimmiges, das die Ulmer Basketballer da zu Gast bei den Riesen Ludwigsburg gezeigt haben. Mit 82:76 (40:40) fiel das Ergebnis des zweiten Viertelfinalspiels deutlicher aus als noch beim Overtime-Krimi in der Ratiopharm-Arena. „Die Hauptsache ist, dass wir den Heimvorteil wieder haben“, sagte Chris Babb, der mit 21 Punkten ein fantastisches Spiel abgeliefert hatte und vom Trainer ein Sonderlob erhielt.

1:1 – im Derby um den Playoff-Halbfinaleinzug ist also wieder alles offen. Vor allem, wenn die Ulmer weiterhin so stark rebounden. Die starke Arbeit am Korb war diesmal das Zünglein an der Waage. „Wir haben unsere Größenvorteile nicht genutzt“, bemängelte deshalb Riesen-Trainer John Patrick. Ulm startete offensiv zunächst mäßig in die Partie. Kapitän Per Günther hatte gleich zwei Chancen aus der Distanz, die er nicht nutzte. Während beim Hauptrundenersten einfach keine Körbe fallen wollten, machten die Riesen wieder eine gute Figur. DJ Kennedy und Rocky Trice sorgten jeweils mit Dreiern für die 12:7-Führung der Gastgeber. Nach fünf Minuten fanden die Ulmer aber ins Spiel. Der als MVP gefeierte Raymar Morgan punktete. Auch Casey Prather, der allerdings schnell drei Fouls sammeln sollte, glich zum 15:15 aus, mit Ablauf des ersten Viertels hatte Ulm erstmals die hauchdünne 20:19-Führung inne.

Der zuletzt fehlende Flügelspieler Kelvin Martin durfte am Mittwoch auch gleich mal von außen feuern. Sein Dreier zum 26:25 drehte die Führung wieder und als Trice auch noch allein gelassen in die Zone zog und zum 28:25 erhöhte, musste Leibenath die zweite Auszeit nehmen (14. Minute). Nach einem weiteren Distanztreffer von Kennedy folgte gleich die nächste. Die Riesen bekamen zunächst genau die Freiräume, die die Ulmer ihnen eigentlich nicht lassen wollten. Doch die Gäste steckten nicht auf, Chris Babb holte mit feinem Händchen einen schmalen Vorsprung wieder zurück (36:35).  Das 40:40 zur Halbzeitpause war ein Vorgeschmack, dass es eng werden könnte. Günther und Morgan haderten angesichts der schlechteren Quote aus dem Feld sichtbar mit sich selbst – da wäre mehr drin gewesen, wenn das Offensivglück endlich auf Ulmer Seite sein sollte. Metzingens Tennisprofi Laura Siegemund, die den WTA-Titel in Stuttgart geholt hatte, brachte den Ratiopharm Basketballern jedenfalls kein Fortune.

In den ersten fünf Minuten der zweiten Spielhälfte ging es sehr ausgeglichen zu. Den Gästen schlossen nun einige Aktionen mit Korberfolgen ab. Sehenswert etwa ein Dunking von Taylor Braun (46:43). Da waren die Ulmer Fans deutlich zu hören. Drei Minuten vor dem Schlussviertel hatten die historischen Seriensieger vorwiegend von der Freiwurf­linie eine Fünf-Punkte-Führung erspielt, auf die die Riesen nur mit fiesen Fouls antworteten. Babb und Karsten Tadda bekamen es zu spüren. Dann griffen die Ulmer weiter an und belohnten sich mit einem beruhigenden Polster (59:50). Die Ulmer waren da! Mit 62:54 ging es in die letzten zehn Minuten.

Die großen Spieler in Foulprobleme zu bringen, das war auch eine der Aufgaben, die Leibenath seinem Team für Spiel zwei mitgegeben hatte. Löblich: Thiemann und Crawford hatten vier Fouls auf dem Konto und ein 6:0-Lauf verhalf den Gästen zum ordentlichen 70:58-Vorsprung (33.). Der schmolz zwar bis in die Schlussminuten noch auf fünf zusammen (75:70). Letzte Ulmer Auszeit und der Aufruf: Jetzt durfte der erarbeitete Vorteil nicht wieder hergeschenkt werden! Und tatsächlich: Die Ulmer holten sich mit dem 82:76 den Heimvorteil souverän zurück.

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