Aufbäumen für den Titel

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Die Aussage klingt hart: „Du kannst Bamberg nichts wegnehmen“, sagt Thorsten Leibenath vor dem ersten Spiel in der Finalserie gegen die Brose Baskets morgen (15 Uhr). Heimvorteil klauen also Fehlanzeige? „Du kannst ihnen die Dinge nur schwerer machen“, fügt der 41-Jährige an, der dafür bekannt ist, den Gegnern großen Respekt zu zollen. Aber in diesem Falle, so betont er selbst, beruhe diese Aussage auf dem Ergebnis einer Analyse der vergangenen neun Monate, in denen die Bamberger ihre Qualität auf beeindruckende Weise demonstrierten. Diese Runde haben die Bamberger nur insgesamt vier Spiele verloren (drei in der Hauptrunde und eines im Pokal gegen München). Und seit dem Finale 2012, als Bamberg Ulm mit 3:0 schlug, haben die Ulmer nur eines von 22 Duellen gewonnen – sehr wenig spricht deshalb selbst für einen einzigen Coup gegen die Übermannschaft von Andrea Trinchieri.

Wie bereitet sich ein Team also gegen die stärkste BBL-Mannschaft vor? Auf was kommt es zunächst in der Brose-Arena und dann am Mittwoch-Abend (20.30 Uhr/live auf Sport 1) im ersten Heimspiel an? Vielleicht scheint gerade der banalste Weg der sinnvollste – sich auf ein Spiel vorbereiten wie auf jedes andere auch. Also mit Videoanalyse, mit ordentlichem Mannschaftstraining und mit der Besinnung auf die eigenen Stärken. Was war den Ulmern bisher gut geglückt? „Wir hatten in den Playoffs bislang wenig Anlaufschwierigkeiten und in den acht Spielen jeweils ein starkes erstes Viertel. Das muss uns auch jetzt gelingen“, sagt Leibenath. Ein guter Start in die erste Partie könnte also die halbe Miete bedeuten. Bekannt ist aber auch, dass Bamberg auch nach einem schwächeren Start noch einmal eine Schippe drauf legen kann. So ist es den Ratiopharm-Korbjägern im April geschehen, als sie im ersten Viertel noch mit 24:21 vorne lagen um später mit 33 Punkten Differenz das Spiel zu verlieren (67:100).

Wie man es dreht und wendet: Ulm hilft nur eine defensive und offensive Topleistung, um den Ex-Ulmer Daniel Theis und Co. in Bedrängnis zu bringen.

Und nochmal muss betont werden: Die Ulmer spielen mit einer kleinen Rotation. Als „glorreiche Sieben“ werden Per Günther und seine sechs Amerikaner mittlerweile bezeichnet, weil die Übrigen alles aus sich herausholen in der wichtigsten Phase der Saison – und dies keiner erwartet hätte bei dem Verletzungspech. Gerade dieser Überraschungsmoment spielte den Ratiopharm-Basketballern bisher in die Karten. Natürlich auch das Glück, ganz enge Partien (80:79 in Spiel vier gegen Oldenburg und zuletzt das 73:72 gegen Frankfurt) für sich zu entscheiden.

Verlassen konnten sich dabei die Ulmer immer auf ihre Fans. 240 Anhänger fahren am Sonntag übrigens in drei Bussen und Privat-PKWs mit nach Oberfranken. Egal, wie das erste Aufeinandertreffen enden wird, Bamberg erwartet beim Heimspiel am Mittwoch eine irre Kulisse. Die Arena war gestern nach fünf Minuten restlos ausverkauft.

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