INTERVIEW: "Wir müssen lernen"

Mit 78:101 sind die Ulmer Basketballer in Bamberg untergegangen. Per Günther kennt nur eine Antwort auf die Niederlage: Am Samstag gewinnen.

Per Günther, die Niederlage in Bamberg ist heftig ausgefallen. Was war der Grund, dass es für Ratiopharm Ulm am Ende so schlimm gekommen ist?

PER GÜNTHER: 34 Punkte gegen uns im ersten Viertel sprechen schon eine deutliche Sprache. Bamberg hatte zuvor auch schlechte Spiele, dummerweise ist ausgerechnet gegen uns der Knoten geplatzt. Aber das hat auch damit zu tun, wie man von Anfang an auftritt. Wir haben sie spielen lassen, dann hatten sie 75 Prozent Trefferqoute von der Dreierlinie, das habe ich in meiner Karriere noch nicht erlebt. Da ist es dann auch schwer, sich wieder heranzukämpfen. Man hat ein, zwei gute Aktionen - und bekommt dann gleich wieder die kalte Dusche, da lassen sich 15 Punkte nur ganz schwer wieder aufholen.

Man kann dem Team nicht vorwerfen, dass es nicht bis zur letzten Sekunde gekämpft hat. Aber irgendwie macht es immer dieselben Fehler?

PER GÜNTHER: Es war ganz wichtig, dass wir nicht auseinander gebrochen sind, sondern konstant weiter gespielt haben. Aber wir haben es nicht geschafft, den Gang höher zu schalten. Das hat mit mannschaftlicher Geschlossenheit zu tun. Aber wir hatten in der vergangenen Saison eine ähnliche Situation, und da waren wir eingespielt. Wir müssen lernen, das Spiel anders zu beginnen, das ist der entscheidende Punkt.

Hattet Ihr noch die Niederlage in Ludwigsburg im Kopf?

PER GÜNTHER: Wir wussten ja, dass wir zwei schwere Auswärtsspiele vor uns haben. Ich denke, da waren wir sehr auf Ludwigsburg fokussiert und haben in dieses Spiel sehr viel reingesteckt. Es ist dann nicht einfach, wenige Tage später aus der Kabine zu kommen, und wieder in einem Auswärtsspiel so viel Gas zu geben wie in einem so emotionalen Spiel wie gegen Ludwigsburg.

Muss die Mannschaft lernen, kaltschnäuziger zu werden und Niederlagen besser wegzustecken?

PER GÜNTHER: Ja, auf jeden Fall. Aber wir haben ja schon einmal gezeigt, dass wir das können. Nach dem Debakel gegen Düsseldorf sind wir zurückgekommen und haben in Bremerhaven gewonnen. Das hat uns niemand zugetraut. Jetzt müssen wir eben vor heimischer Kulisse Braunschweig schlagen.


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