Andreas Oettel: "Kein finanzielles Abenteuer"

Die Ulmer Basketballer nehmen Fahrt auf. Eurochallenge und Bundesliga werden sich nun in schöner Regelmäßigkeit abwechseln. Nach dem Schweden-Trip wartet Tübingen - vielleicht mit Neuzugang Burton?

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Tim Ohlbrecht (oben) erzielte beim Sieg gegen Södertälje Kings 20 Punkte und war damit bester Ulmer Werfer.  Foto: 

Thorsten Leibenath und seine Basketballer traten zwar nicht hochgradig euphorisiert die Rückreise über Hamburg nach Ulm an (die erst kurz vor Mitternacht endete), aber immerhin doch mit dem Gefühl, einen Schritt nach vorne gemacht zu haben.

Die Ratiopharm-Korbjäger hatten am Dienstag bei ihrem Debüt in der Eurochallenge, in der Rangliste der internationalen Klub-Wettbewerbe hinter der Euroleague und dem Eurocup die Nummer drei, beim schwedischen Meister Södertälje Kings mit 76:71 (40:42) gewonnen und stehen nach dem ersten Spieltag auf dem ersten Tabellenplatz in der Gruppe A. Vor allem Tim Ohlbrecht hatte mit 20 Punkten großen Anteil am Sieg. Auch wenn das keine große Aussagekraft hat und dieser Umstand nicht dazu taugt, gleich die Tabelle auszuschneiden und in der Geschäftsstelle aufzuhängen, ist es doch ein nettes Gefühl. Um in die zweite Gruppenphase einzuziehen, und das ist weniger als das Minimalziel, müssen die Ulmer mindestens Zweiter werden.

Wie es um die Spielstärke in diesem Wettbewerb im Allgemeinen steht und im Besonderen um die der zwei noch unbekannten Klubs in der Gruppe A, hat sich Leibenath noch nicht ganz erschlossen. "Es gab jedenfalls beeindruckende Resultate", sagte der Coach und meinte damit sicherlich auch die Niederlage der Italiener von Enel Basket Brindisi gegen SPM Shoeters Den Bosch (69:71). Dass Liga-Konkurrent Frankfurt Skyliners in der Gruppe C gegen Okapi Allstar (Belgien) mit 59:94 untergegangen ist, gehört ebenfalls in die Kategorie Überraschung.

Mehr Klarheit wird es am kommenden Mittwoch geben, wenn die Korbjäger aus Den Bosch in die Ratiopharm-Arena zum Eurochallenge-Debüt in Neu-Ulm kommen. Nicht nur Leibenath hofft, dass dann deutlich mehr Zuschauer das Duell verfolgen werden als bei der Auftaktpartie in Schweden. Dort waren es knapp über 600 - mit einigen wenigen Fans aus Ulm.

Mitgefahren in den Norden war auch Neuzugang Deonte Burton, der erst kurz zuvor aus den USA gekommen war. Der Guard konnte wegen fehlender Spielberechtigung nur auf der Bank sitzen, wird aber am kommenden Sonntag theoretisch bei der Begegnung in Tübingen dabei sein können. Der 23-Jährige hatte die beste Gelegenheit, seine neuen Teamkollegen bei der Arbeit kennenzulernen. Am Mittwochmorgen absolvierte der Amerikaner mit Assistenzcoach John Diekelman noch ein spezielles Eingewöhnungstraining. Er sei nach Deutschland gekommen, um dem Team zu helfen, sagte Burton, der für mehr Stabilität auf der Aufbauposition sorgen und den Konkurrenzkampf erhöhen soll. Burton hat bis Saisonende unterschrieben.

Ein finanzielles Abenteuer sei diese Verpflichtung übrigens nicht, stellt Finanzgeschäftsführer Andreas Oettel klar. Natürlich gab es Diskussionen über den Zeitpunkt und die Notwendigkeit, erklärte Oettel, aber nach einem kurzen Blick auf den Taschenrechner kam aus dem Büro des Finanzbosses grünes Licht. "Wir können das ohne Schwierigkeiten stemmen", betonte Oettel nochmal, gab aber auch zu, dass das Budget für diese Saison noch nicht vollständig gedeckt sei: "Das ist aber im Oktober oder November nichts Ungewöhnliches." Fast jeden Tag würde sich im Sponsorenbereich etwas tun, sagte Oettel, "auch wenn es nicht immer gleich um das ganz große Geld geht".

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