Basketball-Spitzenspiel: Ulmer empfangen Bamberg
Ulm. "Mehr Spitzenspiel geht nicht", wirbt die Basketball-Bundesliga für die heutige Partie. In der Tat: Der Zweite Ulm empfängt den Tabellenführer Bamberg.
Basketball-Euphorie in Ulm - für Headcoach Thorsten Leibenath inzwischen Alltag. Hätte es noch eines Beweises bedurft, wurde dieser auf der Pressekonferenz vor dem heutigen Spitzenspiel in der Ratiopharm-Arena gegen Tabellenführer Bamberg (20.05/live auf Sport 1) geliefert. Ein Paketdienst-Mitarbeiter war beruflich auf der Geschäftsstelle des Erstligisten. Als er Leibenath erblickt, fragt er: "Wie ham se gspielt am Mittwoch?" "Gewonnen", antwortet Leibenath. Mit einem "Ich hab nix anderes erwartet" verlässt der Kurier zufrieden die Geschäftsstelle.
Solche kleine Episoden entlocken Leibenath ein Schmunzeln - ein Problem sind sie nicht. Dass die Euphorie in einen Erwartungsdruck umschlägt, erwartet er nicht. "Wir sind in der Lage, die Situation einzuschätzen." Wichtig sei, dass jeder weiß, dass das, was bisher passiert ist, etwas Besonderes ist.
Die nächste Aufgabe in der bislang fulminanten Saison wartet heute. "Wir spielen gegen die Mannschaft der letzten Jahre, die auch in dieser Saison in einer eigenen Liga spielt", sagt Leibenath. Im Schnitt siegt Bamberg mit einer Differenz von 18,5 Punkten. Ulm geht mit einer "ordentlichen Portion Respekt", aber auch voll Selbstvertrauen in die Partie. Bambergs Coach Chris Fleming seinerseits warnt vor "dem Überraschungsteam der Liga", und im Speziellen vor dem "herausragenden" John Bryant. Auf den Center wartet eine schwere Aufgabe, da Bamberg mit Marcus Slaughter und Tibor Pleiß über zwei exzellente große Jungs verfügt. Bryant weiß, was ihn erwartet: "Es wird eine Schlacht." War der 24-Jährige beim 59:64 in der Hinrunde wegen einer Erkältung angeschlagen, ist er nun zu hundert Prozent fit.
Neben dem Duell unter den Körben wird es entscheidend sein, die Kreise von Power Forward PJ Tucker einzuengen - 14,6 Punkte pro Spiel erzielt der 26-Jährige im Schnitt. "Er ist ein Albtraum für jeden Gegenspieler", warnt Leibenath, der nicht verraten wollte, wer gegen Tucker verteidigen wird. Bei den Verletzten steht es 1:1. Bamberg muss wohl auf Julius Jenkins verzichten, Ulm auf Dane Watts (beide Sprunggelenksverletzungen).
Dass Ulm bei einem Sieg mit mehr als fünf Punkten Platz eins erobert, ist für Leibenath unwichtig: "Die Tabellenführung ist ein Nebeneffekt." Viel wichtiger ist der Sieg - für Leibenath, Ulm und den Kurier.
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Autor: SEBASTIAN SCHMID | 11.02.2012
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John Bryant muss gegen Bamberg seinen Körper einsetzen. Foto: Apprich
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