Ein hässlicher Sieg für Ratiopharm Ulm
Thorsten Leibenath brauchte genau drei Worte, um das Spiel zu beschreiben. „Ein hässlicher Sieg“, sagte der Trainer des Basketball-Bundesligisten Ratiopharm Ulm nach dem 68:65 (38:39)-Erfolg beim Tabellenletzten BG Göttingen.
Die „hässliche“ Kehrseite: Thorsten-Leibenath-Rufe von den rund 30 mitgereisten Ulmer Fans. Da legte der Coach lieber den Finger auf seinen Mund und bat um mehr Bescheidenheit. Dann ließen es sich aber auch die Spieler nicht nehmen, nach dem insgesamt 15. Saisonsieg in den Fanblock zu gehen und sich die Glückwünsche abzuholen. Die ganz große Freude spiegelte sich in den Gesichtern von Kapitän Esterkamp & Co. jedoch nicht wider. Dazu gab diese Partie auch in der Tat wenig Anlass.
Allerdings: Wenn eine Mannschaft mit einer unterirdischen Trefferquote aus der Distanz (14 Prozent) und einer ebenfalls schlechten Quote aus dem Zweipunkteland eine solche Partie noch für sich entscheiden kann, auch wenn es beim Tabellenletzten war, dann hat das eine ganz eigene Qualität. Eine Qualität, die ein Team in einer langen Saison braucht, die, so wie es aussieht, ja wohl auch in die Play-off-Verlängerung gehen wird.
Dabei bot schon die erste Halbzeit eine Berg- und Talfahrt. Den Göttingern war von Beginn an anzumerken, dass sie dieses erste Spiel der Rückrunde nutzen wollten, um ein Signal an die direkte Konkurrenz im Kampf um den Klassenerhalt zu schicken. Mit unbändigem Willen berannten sie den Ulmer Korb und trafen vor allem aus der Distanz glänzend. Die Ratiopharm-Korbjäger, bei denen Tommy Mason-Griffin trotz leichter Grippe spielen konnte, ergaben sich zwar nicht, waren in den ersten Minuten aber längst nicht so präsent wie gewohnt. Alleine Center John Bryant sorgte mit acht Punkten im ersten Viertel dafür, dass sich der Rückstand noch in Grenzen hielt. Immerhin aber gingen die Niedersachen nach einem 8:0-Lauf in den letzten drei Minuten mit einem 26:14 in die erste Viertelpause. Ein Resultat, das Erinnerungen weckte an die Hinrundenpartie vor vier Wochen in der Ratiopharm-Arena. Da stand es 30:18 für die Gäste zu diesem Zeitpunkt.
Das erste richtige Aufbegehren der Gäste von der Donau fand gegen Ende des zweiten Viertels statt, als sich die Niedersachsen einige Disziplinlosigkeiten leisteten und mit zwei Technischen Fouls bestraft wurden. Da behielt Spielmacher Mason-Griffin die Nerven, traf viermal in Folge von der Freiwurflinie und konnte damit den Rückstand auf einen Punkte verkürzen. Die Ulmer gingen mit einem 38:39 in die Halbzeitpause, die Partie war wieder völlig offen.
In der zweiten Hälfte wurde es jedoch nicht besser. Im Gegenteil. Die Ratiopharm-Korbjäger überboten sich im Auslassen von hochkarätigen Möglichkeiten. Selbst die „einfachsten“ Korbleger gingen noch daneben. Was jedoch deutlich besser funktionierte, war die Defensivarbeit. In der Offensive war es in der zweiten Halbzeit alleine Rocky Trice, der konstant punkten konnte. Vier Minuten und 20 Sekunden vor Schluss erzielte Per Günther mit einem Freiwurf das 61:57. Knapp vier Minuten änderte sich am Resultat nichts. Dann überstanden die Ulmer auch noch die obligatorische Freiwurforgie am Ende eines knappen Spiels. Wenigstens in dieser Disziplin waren sie gewohnt stark. Das hat gereicht.
INFO Weit über 300 Fans haben sich bisher für das Ulmer Auswärtsspiel beim FC Bayern am 15. Februar angemeldet. Am heutigen Sonntag läuft die Frist ab. Anmeldungen im Internet unter „www.fanattackulm.de&;ldquo;.
Partie mit 68:65 – der 15. Saisonerfolg für das Team von Coach Thorsten Leibenath.
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Autor: THOMAS GOTTHARDT | 14.01.2012
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