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Basketball: Verletzter Femi Oladipo arbeitet in Köln an seiner Rückkehr

Das Auswärtsspiel der Ulmer Basketballer heute in Gießen, wird Femi Oladipo erneut aus der Ferne verfolgen. Der 22-Jährige, der wegen Knieproblemen schon die ganze Saison fehlt, ist zur Reha in Köln.

SEBASTIAN SCHMID | 0 Meinungen

Ende August war die Wiedersehensfreude groß, als sich die Ulmer Bundesliga-Basketballer das erste Mal nach der Vizemeisterschaft und der Sommerpause trafen. Es gab viel zu erzählen. Glücklicherweise war dafür genügend Zeit, denn statt eines Trainings stand ein Fototermin an. Diese Woche war die Wiedersehensfreude ebenfalls groß, auch wenn die Pause nach dem Zagreb-Spiel lediglich vier Tage lang war. Zu erzählen hatten sich die Spieler trotzdem was.

Vor dem heutigen Spiel beim Liga-Schlusslicht Gießen 46ers (20 Uhr) wurde gestern noch kurz ein neues Mannschaftsbild geschossen - dieses Mal mit Lance Jeter. Der Aufbauspieler war erst verpflichtet worden, als klar war, dass Tommy Mason-Griffin die ganze Saison ausfallen wird. Da war das Teamfoto bereits im Kasten.

Ab dem kommenden Jahr werden also beide US-Amerikaner auf dem Bild zu sehen sein, dafür fehlt einer, der auf dem momentanen Foto noch dabei ist: Femi Oladipo. Der 22-Jährige befindet sich seit mehreren Wochen in Köln, wo er in der MediaPark-Klinik ein Rehabilitationstraining absolviert. "Eigentlich wollte ich Ulm gar nicht verlassen", sagt Oladipo, der in der abgelaufenen Saison in 14 Erstliga-Spielen auflief und dabei im Schnitt 3:41 Minuten auf dem Feld stand.

Doch Probleme mit dem linken Knie zwangen den Forward dazu. Dass Oladipo nach Köln ging und nicht in Ulm die Reha abspult, liegt an Spielerberater Ademola Okulaja. Der Ex-Profi hat am Rhein gute Erfahrungen gemacht und die Klinik seinem Schützling empfohlen. Da hat noch keiner damit gerechnet, dass der Aufenthalt bis zum Ende das Jahres und länger dauert.

"Ich habe mir schon dreimal eine neue Wohnung gesucht", erzählt Oladipo. Die erste war für sechs Wochen gemietet, dann hätte es eigentlich wieder in den Süden der Republik gehen sollen. Doch daraus wurde nichts. Also ging die Suche von neuem los, dieses Mal lief die Miete vier Wochen. Wieder wurde es nichts mit der Rückkehr. Nun will sich der gebürtige Berliner, der von den Crailsheim Merlins nach Ulm gewechselt war, auf keinen Zeitpunkt mehr festlegen. "Ich muss einfach warten, bis es klappt."

Sich in einer anderen Stadt in Geduld zu üben, fernab von Familie, Freunden und dem Team fällt ihm schwer: "An manchen Tagen geht es, an manchen ist es richtig frustrierend." Vor allem wenn die Ulmer spielen und er am TV-Gerät mitfiebert. "Das ist ungewohnt. Dann denkt man sich, eigentlich solltest du jetzt da in der Halle sein", sagt Oladipo, der auch die Ergebnisse der Weißenhorn Youngstars aufmerksam verfolgt. Beim Pro-B-Team hätte er ebenfalls mitspielen sollen. So, wie in der abgelaufenen Saison, als er mit über 14 Punkten im Schnitt seinen Teil beitrug, dass der Abstieg verhindert wurde.

Wann Oladipo wieder auf dem Basketballfeld stehen wird, kann der 2,01-Meter-Mann nicht sagen. Noch ist nicht ganz klar, was die Knieprobleme auslöst. Oladipo erzählt von einem funktionellen Problem, das damit zusammen hängen könnte, dass er zu schnell gewachsen sei. Um das mit konservativen Methoden in den Griff zu bekommen, quält sich Oladipo täglich vier Stunden in der Rehabilitation. Hauptsächlich geht es darum, Muskeln aufzubauen. Immerhin ist mittlerweile eine Verbesserung festzustellen. "Am Anfang ging gar nichts voran, doch jetzt mache ich Fortschritte", sagt Oladipo. Er ist sich sicher, dass er noch in dieser Saison aufs Spielfeld zurückkehren kann. Auch sein Trainer Thorsten Leibenath hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Oladipo sich wieder fit meldet.

Dafür verbringt Oladipo sogar die Weihnachtsfeiertage in Köln, um in dieser Zeit weiter am Comeback zu arbeiten. Eine Pause gönnt er sich nicht. Vielleicht kehrt er aber um Silvester herum in die Münsterstadt zurück. Dann wird vor allem bei ihm die Wiedersehensfreude groß sein - zu erzählen gibt es ja genug. Pech nur, dass die Ulmer dann in Tübingen und in München spielen. Denn live hat Femi Oladipo sein Team diese Saison noch nicht gesehen.

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