Leibenaths Serie hält

Trotz heftiger Gegenwehr der Gastgeber: Ulms Korbjäger legen im letzten Viertel deutlich zu und bezwingen die Walter Tigers Tübingen 82:64 (31:28). Mit einer Bildergalerie

THOMAS GOTTHARDT |
Die fünf Fan-Busse, mit denen ein Teil der rund 450 Anhänger von Ratiopharm Ulm am Samstag zum Derby nach Tübingen gefahren waren, haben auf dem Parkplatz bei der Paul-Horn-Arena phasenweise für ein kleines Chaos gesorgt. Schließlich mussten die großen Fahrzeuge ja geparkt werden, was die Zufahrt versperrte und die Schlange der ungeduldig Wartenden lang werden ließ.

Ähnliches, nämlich Unordnung in der Tübinger Mannschaft zu erzeugen, gelang den Ulmer Bundesliga-Basketballern in der Partie gegen die Walter Tigers nicht. Zwar war die Erwartungshaltung nicht so, dass die Ratiopharm-Korbjäger quasi im Spaziergang die Arena an der Europastraße einnehmen würden, aber so viel Gegenwehr der Mannschaft von Trainer Tyron McCoy, die am vergangenen Wochenende noch eine böse 64:101-Schlappe bei den Brose Baskets aus Bamberg hinnehmen musste, war dann doch überraschend. Schlussendlich setzten sich die Ulmer Basketballer dennoch mit 82:64 (31:28) durch, weil sie vor allem im letzten Viertel die Schlagzahl deutlich erhöhen konnten – trotz der letzten Eurocup-Partie am vergangenen Mittwoch gegen den FC Bayern. Da konnten die Gastgeber irgendwann nicht mehr mithalten und mussten sich der Ulmer Qualität beugen.

Für Ratiopharm-Trainer Thorsten Leibenath lief damit auch alles wie geschmiert. Der 40-Jährige, der am Samstag zum 250. Mal als Ulmer Trainer in einem Pflichtspiel an der Seitenlinie stand, konnte mit dem Erfolg seine Serie auf zehn Siege in Folge gegen Tübingen ausbauen. Heißt: Leibenath hat gegen die Tigers noch kein Pflichtspiel verloren.

Für die Gäste fingen die 40 Minuten ganz in ihrem Sinne an. Zunächst musste sich Augustine Rubit, der erst im vergangenen Sommer von Tübingen nach Ulm gewechselt war, nur ganz wenige Pfiffe der Tigers-Fans anhören. Ex-Tübinger wurden bei der Rückkehr an ihre alte Wirkungsstätte auch schon einmal gnadenlos ausgepfiffen – über 40 Minuten. Rubit blieb das erspart. Der Amerikaner „bedankte“ sich dafür und war in den ersten Minuten der Begegnung mit sechs Punkten der dominierende Spieler auf dem Parkett.

Die Ulmer Korbjäger spielten solide, versuchten immer wieder den freien Kollegen zu finden und packten auch in der Defensive ordentlich zu. Nach rund fünf Minuten änderte sich das Bild. Die Tübinger kämpften sich nun auf Augenhöhe mit den Ulmern. So entwickelte sich eine Partie, in der beide Seiten mit viel Intensität und Energie den Gegner bekämpften. Nach 20 Minuten gingen die Ulmer mit einem 31:28 in die Pause. Was den Gästen bis zu diesem Zeitpunkt fehlte, war eine durchschnittliche Quote aus der Distanz (nur zwei von acht). Die acht Ballverluste dürfte Thorsten Leibenath in der Halbzeitbesprechung ebenfalls thematisiert haben. Die Pausenanalyse jedoch blieb zunächst ohne Wirkung. Und nicht nur das: Tübingen war drauf und dran, dem Gegner den Schneid abzukaufen.

Angetrieben von den 2500 eigenen Fans in der mit 3000 Zuschauern ausverkauften Halle gingen sie nach einer Minute im dritten Viertel durch einen Korbleger von Bogdan Radosavljevic mit 32:31 erstmals in Führung. Das gefiel vor allem Raymar Morgan nicht, der prompt vier Punkte in Folge erzielte und damit sein Team wieder in Führung brachte. Das war auch zugleich so etwas wie ein Weckruf. In den restlichen Minuten des dritten Viertels erspielten sich die Ulmer, ohne zu glänzen und ohne individuelle Höhenflüge, wieder die anfängliche Dominanz zurück.

In den letzten zehn Minuten drehte vor allem Spielmacher Per Günther auf. Immer wenn das Ulmer Spiel zu kippen droht, ist auf den Nationalspieler einfach Verlass. Günther schraubte die Dreierquote nach oben und war mit insgesamt 21 Punkten wieder einmal der Matchwinner.

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