Es gibt noch viel zu tun
Sechs Jahre mussten die Basketballerinnen des SV Jungingen auf ihre Rückkehr in die Oberliga warten. Die soll nun wieder auf längere Sicht sportliche Heimat bleiben. Allerdings gibt es noch Personalprobleme.
Mehr als eine halbe Dekade ist es her, als die Damen des SV Jungingen letztmals in der Basketball-Oberliga um Punkte gekämpft haben. Nun sind sie wieder zurück in Deutschlands vierthöchster Spielklasse - "Gott sei Dank, es hat ja lange genug gedauert", sagt die Spielführerin und stellvertretende Abteilungsleiterin Simone Grupp.
2004 hatte sie den Abstieg aus Baden-Württembergs Oberhaus miterlebt, musste zwischenzeitlich mit ihrer Mannschaft sogar einmal hinab in die Niederungen der Bezirksliga, ehe ihrem Team nun als Zweiter der Landesliga Alb/Bodensee der lang ersehnte Sprung nach oben gelang.
Wie es sich für einen Aufsteiger geziemt, gehen die Jungingerinnen mit bescheidenen Ansprüchen in die neue Saison. Ziel ist zunächst allein der Klassenerhalt. "Wir wollen uns wieder mittelfristig in der Liga etablieren", sagt Simone Grupp, "finanziell können wir eh keine großen Sprünge machen." Will heißen: Jungingen soll zur zweiten Größe hinter dem Frauen-Regionalligisten DJK Sportbund Ulm heranreifen. Mehr wäre in einer Sportart, die bis zur zweiten Liga von lupenreinen Amateuren betrieben wird, utopisch.
Damit die Oberliga mehr als nur ein kurzes Intermezzo wird, hat Trainer Michael Kowalczyk längst schon zur Saisonvorbereitung geblasen. Kondition bolzen ist ebenso angesagt wie Defensivtraining. Aus gutem Grund: "Unser Coach ist der Meinung, dass wir für die Oberliga noch nicht hart genug sind", erzählt Simone Grupp.
Zudem gehört die Junginger Truppe eher zu den kleineren ihrer Zunft. "Die Durchschnittsgröße liegt derzeit bei 1,69 Meter", klärt die Spielführerin auf, "diesen Nachteil müssen wir eben über Kraft und Schnelligkeit, aber auch durch eine gute Verteidigung auszugleichen versuchen." Oder anders formuliert: Wer sich vorn unterm Korb die Punkte hart erarbeiten muss, der muss eben in erster Linie danach schauen, hinten noch weniger zu kassieren.
Allerdings drückt den Aufsteiger personell noch ziemlich stark der Basketball-Schuh. Bislang steht sozusagen nur die erste Fünf, dazu kommen noch zwei Spielerinnen aus dem eigenen Nachwuchs, die das notwendige Potenzial für die Oberliga haben. Ergo sind die Jungingerinnen noch auf der Suche nach Verstärkungen. "Das ist leider sehr mühsam", sagt Simone Grupp, "zum einen, weil wir eben eine reine Amateurmannschaft sind, zum anderen, weil wir immer Studentinnen im Team haben. Da ist die Fluktuation groß und alles nur wenig planbar." Doch bis Rundenbeginn ist es ja noch ein knappes Vierteljahr hin und damit etwas Zeit, um dieses Problem zu lösen.
Info Mehr Informationen zu den Oberliga-Frauen sowie Basketball allgemein beim SV Jungingen finden sich auf der Klubhomepage www.roosters.de.
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Autor: JOCHEN WEIS | 24.07.2010
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Die Basketballerinnen aus Jungingen sind stolz auf den Aufstieg in die Regionalliga. Archivfoto
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