"Ein deutliches Zeichen an die Fans"
Der erste Eindruck hat schon Lust auf mehr gemacht, die Richtung stimmt. Nach dem Testspiel in Crailsheim geht es am Wochenende nun für die Ulmer Bundesliga-Basketballer in Kirchheim weiter.
Thomas Stoll, Manager des Basketball-Bundesligisten Ulm, konnte dem frühen WM-Aus der Deutschen zumindest eine positive Seite abgewinnen: "Ich hoffe, dass Robin Benzing und Per Günther in der kommenden Woche wieder in Ulm eintreffen und wir endlich komplett trainieren können", sagt Stoll.
Ohne die beiden Nationalspieler sowie die verletzten Michael Wenzl und Sebastian Betz (beide stoßen am Montag wieder zum Team) sind die noch anstehenden Testspiele am Wochenende beim Turnier in Kirchheim nur von beschränktem Aussagewert - wie auch die jüngste Partie beim Pro-A-Ligisten Crailsheim Merlins (77:72). Zur Erinnerung: Die Ulmer treffen morgen an der Lindach auf Gastgeber und Pro-A-Ligist Kirchheim Knights (16 Uhr), am Sonntag dann - je nach Spielausgang - auf den BBL-Kontrahenten ENBW Ludwigsburg oder die Saarpfalz Braves (Pro A).
Ungeachtet dessen war der Manager mit dem ersten Auftritt seiner Angestellten zufrieden: "Wir haben gut gekämpft, haben schön und vor allem miteinander gespielt. Insofern war es eine positive Sache." Allerdings war der Mannschaft in Crailsheim auch noch anzumerken, dass sie sich erst einmal an die neuen Abmessungen auf dem Feld gewöhnen muss - die Dreier-Linie wurde um einen halben Meter auf 6,75 Meter Abstand zum Korb nach außen versetzt, die Zone ist ein Rechteck, kein Trapez mehr. Zwei Treffer aus der Distanz - einer von Chris Grosse, einer von Lee Humphrey - sind ja noch lange nicht das Ende der Möglichkeiten.
Trainer Mike Taylor sieht das Ganze aber recht entspannt: "Man muss das machen, was die Verteidigung des Gegners zulässt", sagt Taylor, "wir haben ihren Großen gut isoliert. Wenn man ihn eins gegen eins verteidigt und so die Gelegenheit zum Punkten bekommt, muss man dies ausnützen. Das ist eine Stärke unserer Mannschaft, die sie in der vergangenen Saison nicht hatte. Darauf können wir bauen."
In der Tat war das schon mehr als sehenswert, die beiden Ulmer Center, Sean Sonderleiter und John Bryant, sorgten zusammen mit Power-Forward Coleman Collins für 57 der 77 Punkte. Taylor: "Ich denke, das war auch ein deutliches Zeichen an die Fans, dass wir ein starkes Team haben." Da schließt der Coach auch ausdrücklich Ulms letzte Verpflichtung mit ein, Spielmacher Travis Walton, der bis zur Rückkehr Günthers die Hauptlast auf dieser Position tragen muss - wenngleich auch Grosse als dritter Mann bei seinem Kurzauftritt schon gezeigt hat, dass auch auf ihn Verlass ist. "Wir hatten gegen Crailsheim jedes Mal, wenn das Spiel eng wurde, intelligent reagiert", sagt Taylor, "aber wir haben bis Rundenbeginn natürlich auch noch einen weiten Weg vor uns."
Diesen Weg wird Anton Gaddefors nicht mehr mitgehen. Der Schwede, der in der Hauptsache als Akteur bei Kooperationspartner BG Illertal-Weißenhorn für die Pro B vorgesehen war, ist in seine Heimat zurückgekehrt. "Er wollte entweder eine Garantie, dass er bei uns spielt, oder einen längerfristigen Vertrag", sagt Stoll, "den konnten wir ihm nicht geben. Wir wollten jemanden, der Pro B spielt und bei uns aushilft, wenn jemand verletzt ist. Das wollte er nicht und ist wieder nach Hause geflogen."
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Autor: JOCHEN WEIS | 03.09.2010
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Einer der Ulmer Hoffnungsträger für das Spiel in der Zone: Sean Sonderleiter. Die ersten Eindrücke der großen Garde sind vielversprechend. Foto: Rudi Apprich
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