Züblin hat so viele Aufträge wie nie

Der Baukonzern Züblin aus Stuttgart profitierte von der guten Konjunktur und seiner Nischenspezialisierung. Das spiegelt sich in den Zahlen wider.

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Vorsichtig optimistisch zeigt sich Züblin-Chef Alexander Tesche, was die weitere Entwicklung des Hoch- und Ingenieurbaukonzerns angeht. Dabei könnte sein Optimismus viel ausgeprägter sein. Denn Züblin hatte 2011 so viele Aufträge, wie noch nie zuvor. Der Auftragseingang hat sich um mehr als 38 Prozent auf 3,3 Mrd. EUR erhöht, im Inland gar um 56 Prozent auf rund 2 Mrd. EUR. "Das ist der höchste Wert in unserer Konzerngeschichte und deckt rechnerisch die geplante Bauleistung für mehr als zwei Jahre ab", betonte Tesche gestern in Stuttgart bei der Bilanzvorlage.

Die gute Entwicklung hält auch in diesem Jahr an. Im ersten Quartal habe der Orderbestand mit 3,9 Mrd. EUR den Vorjahreswert um fast ein Drittel übertroffen. Die Auftragseingänge legten im März auf gut 1 Mrd. EUR zu und somit 35 Prozent mehr als im Vorjahr. Der größte Auftrag ist der Bau des Tiefbahnhofs beim Bahnprojekt Stuttgart 21. Dies schlägt mit 300 Mio. EUR zu Buche. Das Unternehmen baut die Bahnhofshalle und den Zufahrtstunnel. Weitere Aufträge verspricht sich der Baukonzern beim Ausbau der Bahnstrecke bis nach Ulm.

Die wichtigsten Märkte außer Deutschland mit Großvorhaben wie etwa dem Taunusturm und dem Bau für die EZB in Frankfurt bleiben für Züblin Chile und die Golfstaaten. In Südamerika geht es nun nach dem Aufbau nach dem Erdbeben um die Einrichtung der Stollen in den Kupferminen. Katar lockt unter anderem mit der Fußball-WM und den entsprechenden Investitionen. China spiele dagegen keine Rolle für Züblin.

Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen verringerte sich um rund 8 Prozent auf knapp 80 Mio. EUR. Das begründete Finanzvorstand Hans-Joachim Rühlig mit einer konservativen Bilanzpolitik. Der Jahresüberschuss legte dagegen um 8 Prozent auf rund 65 Mio. EUR zu. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich um 2 Prozentpunkte auf 22 Prozent. Im laufenden Jahr geht Tesche von einer Steigerung des Umsatzes um knapp 9 Prozent auf 2,9 Mrd. EUR aus. Der Baukonzern ist nach eigenen Angaben Marktführer in Hoch- und Tiefbau in Deutschland.

Info Der österreichischen Baukonzern Strabag hält 57 Prozent an Züblin, die Stuttgarter Familie Lenz 43 Prozent.

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