WMF will effizienter und internationaler werden - 400 Arbeitsplätze fallen weg

160 Jahre alt ist WMF und inzwischen zum global ausgerichteten Unternehmen geworden. Für den neuen Chef in Geislingen ist das zu wenig: Peter Feld will seinen Konzern weltweit zur Nummer eins machen.

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Bei WMF denken viele noch zuerst an Messer (hier Produktion in Hayingen) und Gabel. Fast wichtiger sind inzwischen die Kaffeemaschinen.  Foto: 

Gleich nach seinem Amtsantritt im August vergangenen Jahres hat der neue WMF-Chef Peter Feld 50 seiner Führungskräfte, von China bis USA, zur Bestandsaufnahme um sich versammelt. Herausgekommen ist ein Programm, das aus dem schwäbischen Küchengeräte- und Kaffeemaschinen-Hersteller nicht weniger als die weltweite Nummer eins machen soll. Davon ist WMF noch ein gutes Stück entfernt, auch wenn das 160 Jahre alte Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren beständig gewachsen ist. "Ist der Erfolg von gestern auch ein Garant für den Erfolg von morgen - nein." So bringt Feld das Motto, das ihn zum großen Umbau antreibt, auf eine Formel.

Dem Umbau fallen in den kommenden beiden Jahren, wie berichtet, rund 400 Arbeitsplätze zum Opfer, 280 am (Verwaltungs-)Stammsitz in Geislingen. Das hängt laut Feld damit zusammen, dass sich das Unternehmen stärker aufs Ausland konzentrieren möchte. Hier sei man in den vergangenen fünf Jahren praktisch auf der Stelle getreten. Andere, auch kleinere Wettbewerber, machten heute 80 Prozent ihres Geschäftes im Ausland, vor allem auch in China. "Wir sind mehr oder weniger bei 42 Prozent hängen geblieben", sagt Feld.

Die interne Organisationsstruktur ist ein zweiter Punkt. Die Hierarchie soll schlanker werden. Die Verwaltung müsse mit sechs unterschiedlichen Kundendatensätzen (jede Marke beziehungsweise Tochterunternehmen hat eine eigene) sowie mit 13 verschiedenen SAP-Landschaften arbeiten: "Unsere interne Komplexität lähmt uns."

Feld führt eine Reihe weiterer Unzulänglichkeiten in der Markenpolitik auf. Die Zahl der zuletzt 200 eigenen Filialen im Kernmarkt Deutschland, Österreich und der Schweiz wird reduziert, das Sortiment von 40.000 Artikeln fast halbiert. WMF will weiter alles für Tisch und Küche im Angebot haben - aber nicht länger "fünf Modelle von Pfeffermühlen, Korkenzieher oder Salzstreuer". Die WMF-Gruppe setzt sich aus mehreren Marken zusammen, die sich zum Teil Konkurrenz machten.

Auch eine neue Führungsmannschaft hat Feld bereits um sich aufgebaut. Bei der Auswahl hat die internationale Erfahrung eine wesentliche Rolle gespielt. In Asien, wo WMF noch viel zu wenig vertreten sei, habe man Manager gewonnen, die vorher für Levis-Jeans beziehungsweise Starbucks den chinesischen Markt aufgebaut hatten.

"Wir müssen die Einschnitte jetzt machen", sagt der WMF-Chef. Die Welt verändere sich und das "Zeitfenster" für eine erfolgreiche Expansion sei klein. Wieder führt er das Beispiel China auf: Frühere Lieferanten aus dem Reich der Mitte treten mittlerweile als eigene Marke und in Konkurrenz zu WMF an.

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