Wind auf der Mühle trotz Marktflaute

Ravensburger hat trotz eines schwierigen Marktumfeldes seinen Umsatz gesteigert. Das liegt vor allem an Hybrid-Spielen und 3D-Puzzles. Dafür hat die Firma eine eigene Produktionstechnik entwickelt.

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Für Freunde der eher windträchtigeren Regionen der Republik: eine 3D-Puzzle-Windmühle. Foto: Ravensburger

Der Hund bellt voller Freude, ganz so als bekäme er das größte Leckerli der Welt. Akustisches Schwanzwedeln. Kurz danach ist er betrübt, winselt herzzerreißend. Akustisches Hundeelend.

Doch der Grund für die Stimmungsschwankungen ist schnell erklärt. Der Hund ist aus Kunststoff und aus der Tiptoi-Serie des Spieleherstellers Ravensburger - und das abwechselnde Gebelle und Gejaule liegt an den richtigen und falschen Antworten des mit ihm spielenden Kindes. Über einen elektronischen Stift können vier Spielmodi angewählt werden: Entdecken, Wissen, Erzählen und Spielen. Im Spielbereich gibt es unter anderem ein Quiz rund um das Thema Hunde. "Wir wollen den Kindern damit eine Spielanregung bieten" sagt Clemens Maier, der bei Ravensburger eigentlich den Buchbereich betreut.

Von der Almkuh bis zum Elefanten gibt es, sortiert nach den beiden Themenwelten "Bauernhof" und "Afrika", alles. Die Idee wurde bereits auf der Spielwarenmesse in Nürnberg zu Beginn des Jahres präsentiert und nun werden die Tiere pünktlich zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts im September auf den Markt kommen.

Und das ist traditionell eine der wichtigsten Säulen des Jahresumsatzes von Ravensburger. Der wurde im zurückliegenden Geschäftsjahr um 3,3 Prozent auf knapp 330 Mio. EUR gesteigert, obwohl der Spielwarenmarkt in Westeuropa mit den wichtigen G5-Ländern - Deutschland, Italien, Spanien, Großbritannien und Frankreich - um 1,9 Prozent zurückging.

Der Vorstandsvorsitzende Karsten Schmidt zeigte sich entsprechend zufrieden mit dem Ergebnis: "In Anbetracht der Marktsituation blicken wir auf ein gutes Jahr zurück." Mit knapp 258 Mio. EUR ist der Bereich Spiele, Puzzles und Beschäftigung der umsatzstärkste. Rund 20 Prozent des Umsatzes erzielte das Unternehmen im vergangenen Jahr bereits mit den erst 2010 eingeführten Tiptoi-Produkten.

Ebenfalls gut etabliert sind 3D-Puzzles. Vom Eiffelturm in Paris bis zum Empire State Building in New York lässt sich die Welt dreidimensional erpuzzeln. Insgesamt 500 Millionen Teile produziert Ravensburger jährlich.

Um die Herstellung für 3D-Puzzles schneller und variabler zu machen, wurde eine neue Produktionstechnik entwickelt. Vollautomatisiert werden Plastikteile geformt, digital bedruckt und abgepackt. "Wir können so die Geschwindigkeit steigern, die Qualität verbessern und kurzfristig auf Marktschwankungen reagieren", sagt Vorstandsmitglied Florian Knell. Tiere können damit zwar nicht hergestellt werden, dafür gibt es neben weltbekannten Bauten wie dem Eiffelturm für die eher Heimatverbundenen nun auch Windmühlen zu bauen.

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