Wann sich die Treuepunkte lohnen

Schon beim Antrag sammeln die Anbieter wertvolle Daten. Und wer seine Treuepunkte einlösen und die Prämie will, muss vorher viel einkaufen.

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Mit Treuekarten wollen Geschäfte Kunden binden.  Foto: 

  Es sind nicht nur Schnäppchenpreise, mit denen Händler Kunden in ihre Läden locken. Auch mit Bonus-Programmen oder Treuepunkte-Aktionen wollen Unternehmen Verbraucher an sich binden.

Das Prinzip ist einfach: Ab einer bestimmten Punktzahl winken dem Kunden zur Belohnung für seine Einkäufe Prämien – etwa in Form von Preisnachlässen oder Haushaltsartikeln. Das klingt erst einmal attraktiv. Kunden sollten sich aber genau informieren. „Ein zentraler Aspekt ist dabei, ob man die in Aussicht gestellten Prämien wie etwa Pfannen, Kochtöpfe oder dergleichen überhaupt gebrauchen kann“, erklärt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf.

Die nächste Frage: Wie häufig sucht man in der Regel den jeweiligen Laden auf. „Ist man in dem Geschäft Stammkunde, dann kann sich das Bonus-Programm gegebenenfalls rechnen“, erklärt Ulrich Binnebößel vom Handelsverband Deutschland (HDE) in Berlin. Denn klar ist: Um tatsächlich eine Prämie zu bekommen, muss der Kunde dem Unternehmen erst Geld gebracht haben.

Bedenken hat auch Daniel Strunk, Sprecher der Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit Nordrhein-Westfalen. Er verweist darauf, dass Bonus-Programme oftmals mit Kundenkarten einhergehen. Der Kunde muss die Karte schriftlich beantragen und dabei eine Vielzahl von Daten preisgeben. „Aus den Angaben, die im Kartenantrag freiwillig gemacht werden, können zusammen mit den Umsatzdaten genaue Kundenprofile erstellt werden“, erklärt Strunk. „Die Daten haben für das jeweilige Unternehmen einen enormen Wert“, betont Strunk. So kann die Firma die passende Werbung verschicken – und damit beim Verbraucher die Kaufbereitschaft fördern, aber auch seine Bedürfnisse erst einmal wecken.

Was sich keinesfalls rechnet, ist, wenn man bei mehreren Händlern gleicher Art – etwa Modehäusern oder Bäckereien – Treuepunkte sammelt. Grundsätzlich gilt: „Einfach nur mehr einzukaufen, um weitere Treuepunkte zu erhalten, hat definitiv keinen Sinn“, betont Verbraucherschützer Tryba.

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