Von Krise keine Spur

Ohne jährlich neue Attraktionen können Freizeitparks nicht erfolgreich sein. Die deutsche Branche investiert kräftig und lockt jährlich 32 Mio. Besucher an. Künftig soll es auch mehr Angebote für Ältere geben.

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Spaß und Nervenkitzel im Legoland: Der Freizeitpark in Günzburg zieht mehr als 1 Million Besucher im Jahr an. Foto: dpa

Auf der Dschungelfloßfahrt oder im Jungfrau-Gletscherflieger dem Alltag entfliehen. Die Freizeitparks erzielten auch in diesem Jahr gute Umsätze, die Euro-Schuldenkrise spielt dabei keine Rolle. "Unser Geschäft ist vor allem vom Wetter abhängig", betont Ulrich Müller-Oltay, Geschäftsführer des Verbands deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen (VDFU).

Wer angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage aufs Geld achten muss, verzichte auf den Urlaub im Ausland und fahre stattdessen in einen Vergnügungspark. "Die Menschen tauchen einfach gern für kurze Zeit in eine andere Welt ab."

Mehr als 70 Freizeitparks und Indoor-Einrichtungen gibt es derzeit in Deutschland, europaweit sind es etwa 300. Von diesem Dienstag an trifft sich die Branche für drei Tage in Berlin. Veranstalter ist der Weltverband der Freizeitparks IAAPA. Mehr als 360 Unternehmen aus 80 Ländern präsentieren dann ihre innovativen Produkte und Dienstleistungen. Gut 8000 Fachbesucher von Freizeit- und Wasserparks, Zoos, Casinos, Aquarien und Resorts werden zu der europaweit größten Fachmesse in den Hallen unter dem Funkturm erwartet, darunter auch Betreiber von Vergnügungsparks aus den USA, Chile, Mexiko, Indonesien, Dubai und der Mongolei. Ein Thema wird auch die Diskussion um einheitliche Sicherheitsstandards sein.

In Deutschland locken die Parks jährlich rund 32 Mio. Besucher an, europaweit sind es mehr als 145 Mio. Menschen. Die Anlagen in ganz Europa setzen jedes Jahr etwa 8,6 Mrd. EUR um und beschäftigten rund 50 000 Menschen. Die Parks in Deutschland zählen etwa 20 000 Mitarbeiter.

Als eine der größten Einrichtungen gilt der Freizeitpark Rust mit rund 4,5 Mio. Besuchern im Jahr. Zu den bedeutenden Anlagen zählen außerdem das Phantasialand zwischen Köln und Bonn, der Heidepark Soltau, der Hansapark Sierksdorf in Schleswig-Holstein, das Legoland in Günzburg und der Movie Park bei Bottrop-Kirchhellen in Nordrhein-Westfalen.

Um für ihr Publikum attraktiv zu bleiben, müssen die Betreiber ständig investieren. "Das ist angesichts des Wettbewerbs untereinander und zu anderen Freizeitaktivitäten wie Kino oder Sport notwendig", betont Müller-Oltay.

Allein in Rust seien in diesem Jahr rund 60 Mio. EUR für ein neues Hotel und eine spektakuläre Holzachterbahn ausgegeben worden. In Europa werden die Betreiber in diesem Jahr wohl mehr als 400 Mio. EUR für neue Anlagen und Attraktionen ausgeben. Nach den Angaben des Weltverbandes IAAPA investieren nicht nur die Branchenriesen wie das Disneyland Resort bei Paris oder das Gardaland bei Verona. Auch kleinere Anlagen im Familienbesitz ließen sich Neuheiten ständig etwas kosten.

Auch gegen schlechtes Wetter versuchen sich die Betreiber zu wappnen. So entstehen im Umfeld der Parks immer mehr Hotels, die auch mit Kongressen oder Tagungen Publikum anlocken. Zudem werde in Indoor-Einrichtungen investiert. Klassisches Zielpublikum der Freizeitparks sind Familien mit Kindern. Die Branche hat aber auch den demografischen Wandel im Blick. "Da gibt es immer mehr Angebote für Ältere", sagt Müller-Oltay. Für diese Zielgruppe seien auch die zahlreichen Parklandschaften und Shows attraktiv.

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