Verbraucher haften nur noch bis maximal 50 Euro

Banken: Die neue Richtlinie PSD2 soll den Zahlungsverkehr sicherer und durch mehr Wettbewerb billiger machen.

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Für manche Experten ist es fast ein historisches Ereignis so wie die Einführung der ersten Kreditkarte oder die ersten Online-Überweisungen. Ob Verbraucher die neue EU-Zahlungsverkehrs-Richtlinie PSD 2, die von Samstag an mit einer Übergangsfrist von 18 Monaten  auch in deutsches Recht umgesetzt wird, dies so wahrnehmen, muss sich zeigen. Wichtige Veränderungen sind damit für Bankkunden aber in jedem Fall verbunden.

Elektronische Zahlungen werden sicherer, die Haftungsgrenze für Schäden durch Missbrauch ihrer Kreditkarte oder Betrügereien beim Online-Banking sinkt und Drittanbieter wie FinTechs haben auch Zugriff auf ihre Kontodaten und können günstigere Angeboten unterbreiten – so die Kunden zustimmen.

Generell will die EU-Kommission mit PSD 2 („Payment Service Directive 2) für mehr Sicherheit und Bequemlichkeit im Zahlungsverkehr sorgen, den Wettbewerb fördern und damit letztlich  sinkende Preise bewirken. Experten zufolge hat die Richtlinie beträchtliche Auswirkungen, europaweit sollen mehr als 1 Mrd. Konten betroffen sein. Die Verbraucher wurden in den vergangenen Wochen von den Instituten informiert, mit Schreiben über die geänderten Geschäftsbedingungen.

In Zukunft brauchen Bank- und Sparkassenkunden mehr als nur die Kartendaten und Kontonummer oder den Nutzernamen und das Kennwort, wenn sie online zahlen wollen. Laut Bundesbank sind zwei unterschiedliche Merkmale nötig: das Wissen über Karten- und Kontodaten sowie ein anderes Merkmal wie der Fingerabdruck oder bei Überweisungen eine Tan per SMS auf das Smartphone. Letzteres ist allerdings bei vielen Instituten heute schon Standard. Die üblichen Tan-Listen darf es künftig nicht mehr geben. Sepa-Lastschriften sind von den Änderungen nicht betroffen.

Beim Handel fürchtet man, dass die Richtlinie ihr Ziel verfehlt und Zahlungen im Internet verkompliziert und erschwert. Experten sehen das allerdings nicht. Denn die Gebühren der Verkäufer für Online-Zahlungen etwa mit Kreditkarten werden sinken, weil zum einen dritte Zahlungsanbieter für mehr Wettbewerb sorgen könnten. Zum anderen dürfen im Online-Handel Verkäufer nicht mehr nur einen kostenfreien Zahlungsweg anbieten. Sie dürfen für Bezahlungen per Kreditkarte etwa für Flug- und Bahntickets oder für Hotels nichts mehr verlangen.

Mehr Gedanken müssen sich aber Banken machen. Stimmt ein Kunde zu, können künftig auch Drittanbieter auf die Informationen seines Konto zugreifen, also etwa FinTechs. „Das ist ein Turbo für das digitale Banking“ sagen Experten. So können FinTechs mit entsprechenden Apps den Kunden sagen, wie sie Gebühren senken und höhere Zinsen für das Ersparte erhalten können. Eine andere Optionen sind Angebote für Baufinanzierungen, Kredite oder Versicherungen, die Drittanbieter auf Basis der Kontendaten dem Kunden übermitteln.

Einer Studie zufolge könnten den Banken durch Letzteres bis zu 40 Prozent der Einnahmen im Privatkundengeschäft verloren gehen. Diese Gefahr haben die Banken erkannt und entsprechende eigene digitale Angebote auf den Markt gebracht. Großbanken etwa bieten ebenso wie FinTechs Apps an, die einen Blick auf Konten des Kunden auch bei Konkurrenten ermöglichen.

Wichtig für den Verbraucher: Bei Missbrauch im Banking durch Dritte wird er nicht mehr mit bis zu 150 €, sondern nur mit 50 € zur Kasse gebeten.

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