Unternehmen bieten mehr reguläre Jobs an

Der Kampf um den Nachwuchs tobt: Um möglichst viel Personal an sich zu binden, übernehmen immer mehr Firmen befristet Beschäftigte in feste Jobs.

|
Die Zahl der "atypisch" Beschäftigten sinkt seit einiger Zeit. Foto: dpa

Die gute Lage am deutschen Arbeitsmarkt hat im vergangenen Jahr für mehr als eine halbe Million zusätzliche reguläre Jobs gesorgt. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, sank dagegen die Zahl der "atypisch" Beschäftigten - Minijobber, Zeitarbeiter, befristet Eingestellte oder Teilzeitbeschäftigte mit bis zu 20 Wochenstunden - im Vergleich mit 2012 um 146 000 auf 7,89 Millionen.

Damit setze sich die Entwicklung fort, dass sich erst die Zunahme "atypischer" Beschäftigung verlangsamt habe und jetzt sogar etwas rückläufig sei. Nach Angaben der Statistiker ist erstmals seit 1991 bei steigender Erwerbstätigkeit die Zahl "atypischer" Jobs gesunken. Die Zahl der Menschen in Normalarbeitsverhältnissen erhöhte sich um 504 000 auf 24,2 Millionen.

"Der Arbeitsmarkt ist enger geworden für Unternehmen", sagte Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB). In vielen Bereichen sei es für Firmen schwieriger geworden, Fachkräfte zu finden. Mittlerweile würden mehr befristet Beschäftigte übernommen. Der starke Anstieg der "atypischen" Beschäftigung in der ersten Zeit nach den rot-grünen Arbeitsmarktreformen der "Agenda 2010" sei seit zwei bis drei Jahren zum Erliegen gekommen.

Der Anteil "atypisch" Beschäftigter unter allen Erwerbstätigen sank zwischen 2011 und 2012 von 22,4 Prozent auf 21,8 Prozent. Seit 1991 war er fast kontinuierlich gestiegen und hatte 2007 seinen bisher höchsten Wert von 22,6 Prozent erreicht. Die Zahl der Normal-Jobber war nach der "Agenda 2010" zunächst gesunken. Seit 2006 beobachten die Statistiker im Schnitt einen Anstieg.

Die Normal-Jobs sind nicht unbedingt Vollzeitsjobs. 2,763 Mio. Menschen arbeiteten 2012 in Teilzeit mit mehr als 20 Wochenstunden.

In Baden-Württemberg sind laut Statistischem Landesamt 73 Prozent der "atypisch Beschäftigten" weiblich. Vier von fünf derart beschäftigte Frauen haben eine Teilzeitstelle und ebenfalls vier von fünf Teilzeit-Jobberinnen gaben an, sich das auch so zu wünschen. Hauptgrund sind familiäre Verpflichtungen. Männer gehören dagegen vor allem dann zu "atypisch Beschäftigten", wenn sie keinen festen Arbeitsvertrag haben.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Hoffen und Bangen vor dem Prozess gegen Mesale Tolu

Am Montag entscheidet sich, ob die Journalistin frei kommt. Die Familie ist optimistisch. Diplomaten und Prominente verfolgen die Verhandlung im Istanbuler Justizpalast. weiter lesen