Ungarn steht wieder vor der Staatspleite

Ungarn braucht frische Kredite, um die drohende Staatspleite abzuwenden. Viel Zeit ist nicht mehr. Die Ratingagenturen haben den Daumen gesenkt.

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Ministerpräsident Victor Orban: Zugriff auf die Notenbank.

Im Kampf gegen die drohende Staatspleite wird es für Ungarn immer enger. Nach den Ratingagenturen S&P und Moodys hat nun auch Fitch die Kreditwürdigkeit des EU-Staates auf Ramsch-Niveau herabgestuft. Dies sei eine Reaktion auf die schwere Finanzkrise des Landes und die schlechten Wachstumsaussichten.

Angesichts der für das Land gefährlichen Entwicklungen pochte Ministerpräsident Viktor Orban gestern vehement auf eine möglichst schnelle Einigung mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Wegen der noch stärker regulierenden Wirtschaftspolitik Orbans - zuletzt sicherte sich der Rechtsnationalist den Zugriff auf die Notenbank - wollen IWF und EU derzeit noch keine offiziellen Verhandlungen mit Budapest über die Gewährung eines bitter benötigten Kredits aufnehmen.

In der Bewertung setzte Fitch den Ausblick für das Nicht-Euro-Mitglied auf "Negativ". Die zuletzt "unorthodoxe Wirtschaftspolitik" des Landes untergrabe das Vertrauen der Investoren. Außerdem erschwere sie eine Übereinkunft mit den internationalen Kreditgebern.

Ungarns Regierung zeigte sich überrascht. Zuletzt habe sich der Kurs des Forint nach einer rasanten Talfahrt wieder stabilisiert, sagte ein Regierungssprecher. Das geschah, nachdem der Orban erklärt hatte: "Die ungarische Regierung hat alles getan, damit die IWF-EU-Verhandlungen so bald wie möglich begonnen und abgeschlossen werden können."

Ungarn hatte schon 2008 einen 20-Milliarden-Euro-Kredit erhalten und war damit vor dem Staatsbankrott gerettet worden. Das Land hat derzeit große Probleme, seine Staatsschulden zu finanzieren. Die nationale Währung verlor seit dem Sommer ein Fünftel ihres Wertes, und selbst kurzfristig kann sich das Land auf dem Geldmarkt nur für Zinsen von fast 10 Prozent neues Kapital leihen. dpa

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