Textilfirmen verpflichten sich zu mehr Regeln

Die Katastrophe könnte die Wende bringen in Bangladesch: Mehrere große Textilfirmen haben sich auf neue Brand- und Schutzstandards geeinigt.

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Die Kampagne für Saubere Kleidung hat die Zustimmung westlicher Konzerne zu mehr Schutzregeln in Textilfabriken von Bangladesch als "Meilenstein" bezeichnet. Bislang haben Firmen wie H&M (Schweden), C&A (Düsseldorf) und Zara/Inditex (Spanien) unterzeichnet, die Frist endet heute. Als erste Unternehmen haben PVH (Calvin Klein/Tommy Hilfiger) und Tchibo die verbindlichen Brand- und Gebäudeschutzregeln unterschrieben, sagte die Kampagnen-Koordinatorin Frauke Banse.

In dem Abkommen sind unabhängige Sicherheitsinspektionen und die Verpflichtung zur Instandsetzung vorgesehen, außerdem sollen die Beschäftigen mehr Mitspracherechte haben. Das Abkommen ist laut Gewerkschaftsverband Industri All Global Union eine verbindliche Vereinbarung zwischen den westlichen Großabnehmern, internationalen Gewerkschaften und den Produzenten in Bangladesch. Auch der Textil-Discounter Kik (Nordrhein-Westfalen), die irische Texti-Billigkette Primark/Penneys sowie die britische Supermarktkette Tesco seien mit im Boot. Damit gelten die neu vereinbarten Standards für mehr als 1000 Textilfabriken in Bangladesch. Die 4000 Nähfabriken im Land beschäftigen 3,5 Mio. Arbeiter.

Beim Einsturz eines Gebäudes mit mehreren Textilfabriken vor drei Wochen waren 1127 Menschen ums Leben gekommen, 2500 Menschen sind noch verletzt. Erst im November waren mehr als 100 Menschen bei einem Brand in einer Nähfabrik gestorben. "Es ist schlimm, dass erst so viele Menschen sterben mussten, bis es zu einem Umdenken bei den Unternehmen kam", sagte Banse. Industri All forderte den französischen Carrefour-Konzern, der zugleich Europas größtes Einzelhandelsunternehmen ist, Marks & Spencer und den größten US-Bekleidungseinzelhändler Gap auf, ebenfalls zu unterschreiben.

An der Unglücksstelle in Bangladesch haben die Retter ihre Arbeiten offiziell mit einem Gebet beendet. Die Lokalregierung versprach, an der Stelle ein Denkmal zu errichten, um die Opfer zu ehren.

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