Teilweiser Verzicht auf Boni

Durch die Abgas-Affäre ist bei VW die Debatte um einen Sparkurs entbrannt. Dazu zählt auch die Frage, ob nicht die Managergehälter gekürzt werden sollten. Hier ein Überblick, wie sich diese zusammensetzen.

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Bei dem Streitthema Bonuszahlungen im VW-Konzern zeichnet sich eine rasche Lösung ab. Der Volkswagen-Vorstand will nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur freiwillig auf einen Teil seiner umstrittenen millionenschweren Prämien verzichten.

Darüber beriet die Führungsetage gestern, hieß es aus VW-Kreisen. Ein Vorschlag liege auf dem Tisch. Details wurden nicht bekannt, ein Sprecher in Wolfsburg wollte sich nicht äußern.

Ende kommender Woche treffen sich alle 20 Aufseher des Konzerns zu einer Sitzung. Es ist anzunehmen, dass das VW-Präsidium das Thema Boni spätestens dann abgeräumt haben möchte.Mit Spannung wird erwartet, ob der im Abgas-Skandal zurückgetretene Konzernchef Martin Winterkorn auch zu einem Bonusverzicht bereit ist. Laut "Handelsblatt" ist das der Fall.

Die Vorstände von Volkswagen verdienen zig Millionen - für das Jahr 2014 schüttete das Unternehmen knapp 70 Mio. EUR an das Top-Management aus. Spitzenverdiener war Konzernchef Martin Winterkorn mit knapp 15,9 Mio. EUR. "Die Höhe der Vorstandsvergütung soll im nationalen und internationalen Vergleich angemessen und attraktiv sein", heißt es im Geschäftsbericht 2014. Die Höhe der Bezahlung wird jedes Jahr neu berechnet und hängt von vielen Faktoren ab. Kriterien sind die persönlichen Aufgaben, die persönliche Leistung, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens. Die Gehälter bestehen aus vier Komponenten:

Fixer Sockel: In den Grundbetrag fließen Vergütungen für die Übernahme von weiteren Ämtern im Konzern, Sachzuwendungen und andere Leistungen wie Dienstwagen ein. Der feste Sockel ist gering und vertraglich fixiert.

Langfristiger Anreiz: Der Long Term Incentive (LTI) liegt meist über dem Grundgehalt und ist erfolgsabhängig. Bezogen auf die vier Vorjahre fließen die Absatz- sowie Renditeentwicklung und die Zufriedenheit von Kunden sowie Mitarbeitern in die Berechnung ein. Der Aufsichtsrat legt die Höhe des LTI-Zielbetrags jedes Jahr neu fest. Wenn die tatsächlichen Werte höher ausfallen als angenommen, können sich Nachzahlungen ergeben.

Boni: Die zweite variable Kategorie sind die eigentlichen Boni. "Der Bonus honoriert eine positive Geschäftsentwicklung des Volkswagen-Konzerns", heißt es im Geschäftsbericht. Maßgeblich für den Bonus ist das operative Ergebnis der vorigen zwei Jahre. Boni fließen nur, wenn VW mindestens 5 Mrd. EUR Betriebsgewinn verbucht.

Ruhegehalt: Die Altersbezüge richten sich prozentual nach der Grundvergütung und wachsen mit der Dauer der Firmenzugehörigkeit. Allen Vorständen steht im Fall einer regulären Beendigung ihrer Tätigkeit ein Ruhegehalt samt Hinterbliebenen-Versorgung und für die Dauer des Ruhegehaltes die Nutzung von Dienstwagen zu. Die Leistungen werden mit Vollendung des 63. Lebensjahres ausgezahlt beziehungsweise zur Verfügung gestellt.

Rückruf verzögert sich

Sorgenkind Passat Der Diesel-Rückruf des VW-Passats infolge der Abgas-Krise droht endgültig zum Desaster zu werden. Trotz wochenlanger Nachprüfungen sowie Nachbesserungen an der neuen Software ist es Volkswagen bislang nicht möglich, die vorgegebenen Grenzwerte einzuhalten. Nach Angaben eines VW-Sprechers in Wolfsburg will der Autobauer nun den bisherigen Rückrufplan ändern und andere Fahrzeuge - darunter den Golf - früher in die Werkstätten rufen. dpa

SWP

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Abgas-Skandal bei VW

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