Stuttgarter Flughafen: Rückgang bei Passagierzahlen

Rückgänge in den Passagierzahlen und den Flugbewegungen hat der Stuttgarter Flughafen für das vergangene Jahr zu verzeichnen. Auch für 2014 rechnet Geschäftsführer Fundel mit stagnierenden Zahlen.

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Der Stuttgarter Flughafen hat im vergangenen Jahr rund 9,6 Mio. Passagiere registriert - das sind 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr.  Foto: 

Der Flughafen Stuttgart verzeichnet für das vergangene Jahr zweimal ein Minus: Sowohl die Anzahl der Fluggäste als auch die der Flugbewegungen sind zurückgegangen. Das sorgte für einen sinkenden Umsatz um 2,3 Prozent auf 225,3 Mio. EUR, der Gewinn ging sogar um ein Fünftel auf 23,8 Mio EUR zurück. Mit 9,6 Mio. wurden 1,5 Prozent weniger Passagiere als im Jahr 2012 gezählt. Im Ranking der Passagierzahlen liegt die Lufthansa-Tochter Germanwings vor Air Berlin. Die Zahl der Starts und Landungen sank um 5,3 Prozent, da viele Airlines auf größere Flugzeuge setzten. "Über das Minus bei den Flugbewegungen sind wir froh, das bedeutet weniger Fluglärm", erklärte Geschäftsführer Georg Fundel auf der Bilanz-Pressekonferenz in Stuttgart.

Weniger froh stimmten ihn die gesunkenen Passagierzahlen. Das geplante Wachstum von 0,8 Prozent wurde nicht erreicht. Gründe: zahlreiche Streiks und der lange Winter, dazu ein ohnehin angespanntes wirtschaftliches Umfeld. "In der Branche herrscht ein mächtiger Wettbewerb um die Passagiere", sagte Fundel. Gerade auf den Nachbarflughäfen in Frankfurt, München und Zürich gebe es zum Beispiel gerade an den Wochenenden günstigere Angebote der Lufthansa.

Zudem sehe der Winterflugplan in Stuttgart manche Ziele nicht vor, die von anderen Flughäfen aus angeflogen werden. "Die Kunden im Süden können entscheiden, von wo aus sie abfliegen - und das spüren wir", so Fundel. Die Konsolidierung der großen Airlines werde fortgesetzt, Schnäppchenpreise gebe es zunehmend weniger. "Wenn man die Menge reduziert und die Preise erhöht, führt das zu einer Schwäche im Markt", erklärte der Geschäftsführer. Deshalb sei für das Jahr 2014 kein Wachstum zu erwarten. Zwar bemühe sich der Stuttgarter Flughafen, arabische Airlines an seinen Standort zu holen, doch dies sei aufgrund der "Air Freedom Rights" schwierig. In Deutschland dürfen vier Punkte von arabischen Ländern aus angeflogen werden: Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg. Die Entscheidung darüber liege im Berliner Verkehrsministerium. "Und da kommen wir derzeit nicht weiter", sagte Fundel.

 Weiter kommt der Stuttgarter Flughafen dafür mit verschiedenen Investitionen, die seinen Ausbau betreffen.  "Wir wollen den Flughafen zum besterschlossensten Standort in Baden-Württemberg machen", sagte Geschäftsführer Walter Schoefer. Bis Ende 2015 soll eine neue Deutschlandzentrale des Unternehmens Ernst&Young für circa 1500 Mitarbeiter fertig sein, ebenso wie das Stuttgart Airport Busterminal. Dort soll der gesamte Busverkehr, Fernomnibusse und Regionalbusse, zusammengeführt werden. Außerdem wird ein neues Verwaltungsgebäude für die Flughafengesellschaft errichtet, welches bis Ende 2015 bezugsfertig sein soll. Auf das Grundstück des heutigen Bürogebäudes wird ein Kongresshotel gebaut.

Klare Worte fand Geschäftsführer Fundel zum Pilotenstreik, der in der vergangenen Woche zu einem beispiellosen Flugausfall geführt hatte. Zwar sei Streik etwas, das zum Tarifgeschehen dazu gehöre. "Trotzdem fällt es schwer, Verständnis zu haben für einen Berufsstand, der keinen Maßstab mehr hat." Schoefer erklärte, ein Streik am Flughafen richte enormen Schaden im Tarifgeschäft an. "So werden innerhalb der Berufsgruppen Verwerfungen im Wertgefüge produziert", sagte er.

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