Spielanweisung per Handy: Ravensburger verknüpft klassische Ideen mit der virtuellen Welt

Ein elektronischer Stift bleibt der Renner bei Ravensburger - Tiptoi gehört zu den erfolgreichsten und zukunftsträchtigsten Produkten des Unternehmens. Künftig gibt es sogar Smartphones als Spielleiter.

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Spieleanleitung per Stimme: Ravensburger bietet mit "Smartplay" ab Herbst eine Kombiation aus Spielbrett und Smartphone-App.  Foto: 

Dieses Spiel wird richtig frech. Wenn man die Quizfragen nicht richtig beantwortet, tönt aus dem Smartphone die Behauptung, man habe sein Gehirn wohl beim Fundbüro abgegeben. "Smartplay" heißt das Brettspiel von Ravensburger, das durch ein Smartphone ergänzt wird, und im Sommer auf den Markt kommen soll. Das Spielbrett wird dabei durch eine Halterung aus Kunststoff ergänzt, in die oben das eigene Smartphone eingelegt wird. Dessen Kamera überblickt das Spielfeld und reagiert auf Spielzüge.

Eine Moderatorenstimme erklärt und kommentiert launig die Lage. Oder ruft einfach "Hände hoch!", wenn die Spieler das Feld für die Kamera verdecken. "Die Spielanleitung wird oft als Hürde empfunden, die entfällt damit", erklärt Karsten Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Ravensburger AG. Die Spielehersteller will das Spiel in drei Versionen ab September anbieten.

Dahinter steht das Ziel, den Bereich "Hybridprodukte" weiter auszubauen - die Kombination aus klassischen, elektronischen und digitalen Elementen. Rund ein Viertel des Umsatzes stammt laut Schmidt bereits aus diesem Bereich - und es soll mehr werden. Absoluter Renner ist dabei der Tiptoi-Stift. Seit September bietet Ravensburger dazu Plastiktiere an, die mit dem Stift angetippt werden können und dann Töne und Informationen von sich geben. Innerhalb von drei Monaten wurde davon 1 Mio. Stück an den Handel abgegeben. Das katapultiert Ravensburger prompt mit 10 Prozent Marktanteil auf Platz 2 der Hersteller. "Ein erstaunliches Ergebnis", sagt Schmidt dazu. Die bisher 30 Plastiktiere sollen bald noch weitere Kollegen bekommen - eine Serie von Dinosauriern.

Der Umsatz wuchs 2013 um 8,7 Prozent auf 356,6 Mio. EUR. Mehr als die Hälfte des Wachstums kommt aus einer Mehrheitsbeteiligung am US-Spielestartup Wunder Forge aus Seattle, wie die Verantwortlichen einschränken. Im Puzzle-Bereich ist Ravensburger schon seit 18 Jahren im US-Markt präsent - nun folgt der klassische Spielemarkt mit Lizenzprodukten von Disney und Co.

Damit legte Ravensburger auch ohne die Beteiligung im US-Markt zu - um 3,9 Prozent in "stagnierenden Märkten", wie Schmidt betont. "Wir sind kontinuierlich auf Wachstumskurs." Im Inland steigerte sich Ravensburger um 4 Prozent auf 122 Mio. EUR zu, im Ausland um 5,6 Prozent auf 148 Mio. EUR.

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