Spanischer Großbanker im Gefängnis

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Von der Großbank auf dem Weg zur Anklagebank: Erstmals seit dem Ausbruch der Banken- und Finanzkrise in Spanien musste der Ex-Chef eines führenden Geldinstituts in Untersuchungshaft. Miguel Blesa, der 13 Jahre an der Spitze der Sparkassenkette Caja Madrid gestanden hatte, wurde mit einem Polizeitransporter ins Gefängnis Soto del Real gebracht. Seine Angehörigen waren gestern bemüht, die vom Ermittlungsrichter festgesetzte Kaution von 2,5 Mio. EUR aufzubringen.

Der Richter Elpidio José Silva legt dem 65-jährigen Bankier zur Last, das viertgrößte Geldinstitut des Landes in den Ruin getrieben zu haben. Konkret geht es um die Übernahme der amerikanischen City National Bank of Florida. Dafür zahlte Caja Madrid mitten in der Bankenkrise in den USA etwa das doppelte des wirklichen Werts. Der Bankier hatte den Deal vor dem Parlament so gerechtfertigt: "Wenn man etwas kaufen will, muss man das zahlen, was verlangt wird." Zudem wies er darauf hin, dass die Bank in den USA mittlerweile Gewinne abwerfe.

Die Caja Madrid war ein Musterbeispiel für all die spanischen Sparkassenketten, die während des Baubooms einen fulminanten Aufstieg erlebten, nach dem Platzen der Immobilienblase vor dem Ruin standen und nun von der Bildfläche weitgehend verschwunden sind. Die Geschicke dieser Geldhäuser hatte zumeist in den Händen von Politikern gelegen.

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