Siemens-Chef ordnet Sparprogramm an

Der Wirtschaftsabschwung hat Siemens voll erwischt. Die Kosten sind ausgeufert, der Gewinn ist mächtig unter Druck. Jetzt heißt es Sparen.

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Siemens-Vorstandschef Peter Löscher hat schwere Fehler eingeräumt und will den Elektrokonzern mit Sitz in München jetzt mit einem harten Sparprogramm wieder profitabler machen. Erstes Ziel sei es in den nächsten zwei Jahren, die Kosten zu senken und wettbewerbsfähiger zu werden, sagte Löscher gestern in Berlin. Wie viele Stellen abgebaut werden, stehe noch nicht fest. Die Manager müssen in den nächsten Wochen konkrete Maßnahmen erarbeiten.

In Deutschland beschäftigt Siemens heute rund 119 000 Mitarbeiter, 3000 mehr als vor einem Jahr. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, Verwaltung und Vertrieb seien zu stark gestiegen, sagte Löscher. Bürokratie müsse abgebaut, Doppelfunktionen sollen gestrichen werden. Der Auslandsvertrieb werde verschlankt. Schwächelnde Geschäfte, die zur Dauerbelastung für das Unternehmen zu werden drohten, kämen auf den Prüfstand.

Konkrete Schritte und Zahlen will er aber erst am 8. November mit der Jahresbilanz präsentieren. Siemens habe im Geschäftsjahr 2011/12 (30. September) zwar eines der besten operativen Ergebnisse seiner Unternehmensgeschichte erreicht, sei aber hinter den eigenen Zielen zurückgeblieben und gegenüber der Konkurrenz ins Hintertreffen geraten, auch wegen "hausgemachter Probleme".

Auf die Rezession in Südeuropa und den Abschwung der Weltwirtschaft sei Siemens nicht vorbereitet gewesen. Außerdem sei Siemens zu langsam und zu teuer geworden. Wegen Pannen wie etwa bei der Anbindung von Nordsee-Windparks ans Stromnetz hatte Siemens seine Gewinnprognose für dieses Jahr bereits von 6,0 Mrd. EUR auf 5,2 Mrd. EUR nach unten korrigieren müssen. Mit dem Sparprogramm soll Siemens bald "wieder mit an der Spitze stehen", sagte Löscher.

Analysten und Investoren hatten zuletzt Kritik an Siemens geübt und Korrekturen gefordert. Löscher gab ihnen jetzt teilweise recht. Forschung und Entwicklung müssten enger mit der Produktion verzahnt werden, die Bruttomarge müsse verbessert werden, Siemens müsse günstiger produzieren. Bei der angekündigten Überprüfung von Sorgenkindern in den Sektoren denken Beobachter an das zugekaufte Solarunternehmen Solel - der Telefonnetzausrüster NSN dagegen ist hier außen vor.

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