Schweigen ist oft hilfreicher

Die Deutsche Börse will 10,5 Millionen Euro bezahlen, damit das Verfahren gegen ihren Chef Carsten Kengeter vom Tisch kommt. Unser Autor Rolf Obertreis findet das Ganze etwas merkwürdig.

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Fondsmanager nennen das Vorgehen inakzeptabel: Aktionäre dürften nicht zusätzlich zur Kasse gebeten werden. Der Reputationsschaden für die Deutsche Börse sei schon jetzt immens. Seit Monaten ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Publizitätsverstößen und möglicher Insidergeschäften gegen Börsenchef Carsten Kengeter.

Was treibt den Aufsichtsrat? Er sieht kein Fehlverhalten. Trotzdem will der Konzern 10,5 Millionen Euro Geldbuße zahlen. Damit man sich wieder auf das Geschäft konzentrieren kann. Unter diesem Aspekt scheint das Vorpreschen auf den ersten Blick verständlich.  Aber der Hinweis des Aufsichtsrates, man rechne jetzt mit der Einstellung des Verfahrens gegen Kengeter wegen angeblicher Insidergeschäfte ist,  gelinde gesagt, gewagt.

Warum sollten die Ermittler schneller arbeiten? Nur weil von ihrem Votum die Vertragsverlängerung von Kengeter abhängt? Entsprechend kühl reagiert die Staatsanwaltschaft.

Ob der Deutschen Börse der Schritt wirklich hilft, darf bezweifelt werden. Eigentlich sollte man hinter verschlossenen Türen sprechen und erst reden, wenn Fakten auf dem Tisch liegen. Mitunter sind Schweigen und Geduld hilfreicher als schnelles Vorpreschen. Als Befreiungsschlag wird es offensichtlich nicht gewertet. Der Kurs der Deutsche Börse-Aktie ist gestern abgerutscht.

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