Schlecker-Inventar unter dem Hammer

Schlecker-Imperium - das war einmal. Bald regiert hier nur noch der Hammer des Auktionators. Am 28. November werden komplette Ladenausstattungen und gebrauchte Werkzeuge in Ehingen versteigert.

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Zuerst wurden die Regale geleert, jetzt wird die Einrichtung versteigert. Unser Archivbild zeigt eine Schlecker-Filiale in Stuttgart. Foto: Söhnke Callsen/dpa

. "Die großen Baustellen wie zum Beispiel der Verkauf der ausländischen Tochtergesellschaften sind weitgehend abgeschlossen", sagte gestern Patrick Hacker, Sprecher des Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz, der SÜDWEST PRESSE zum laufenden Schlecker-Insolvenzverfahren. Für den Gesamtkonzern und die Tochter Schlecker XL wurde die so genannte Massenunzulänglichkeit angezeigt. Das bedeutet, dass das Geld in der Kasse noch nicht einmal reicht, um die Forderungen zu bedienen, die während des Insolvenzverfahrens angefallen sind.

Um die Summe doch noch ein wenig aufzupäppeln, wird Schleckers Ladenausstattung versteigert. Mit welcher Summe der Insolvenzverwalter rechnet, wollte sein Sprecher Hacker nicht sagen: "Je mehr wir erzielen, desto besser." Die Versteigerung ist für den 28. November im Schlecker-Zentrallager in Ehingen geplant. Die Industrieverwertungsgesellschaft HT mit Sitz in Hamburg soll die Auktion durchführen. "Dann wird zum Höchstgebot jeder einzelne Gegenstand versteigert", sagte HT-Gesellschafter Tom Thomsen. Ob es weitere Versteigerungen geben wird, ist noch unklar.

Unter den Hammer kommt das so genannte bewegliche Anlagevermögen Anton Schleckers. Versteigert werden sollen unter anderem Werkzeuge aus dem zentralen Logistikzentrum, Hebebühnen und ein Werkstatt-Kran aus der Kfz-Werkstatt für firmeneigene Fahrzeuge, aber auch Ladenausstattung mit etwa 5000 Metern Regalen, die auf einen quasi neuwertigen Zustand gebracht worden seien.

Die Insolvenzverwaltung geht davon aus, dass vor allem Gewerbetreibende sich für die Auktion interessieren werden. Insgesamt 1000 Positionen, bestehend aus mehreren Teilen, stehen dann für Bieterangebote offen. Da es sich um gebrauchte Gegenstände handelt, sei die Preisfindung schwierig und daher eine Versteigerung die beste Möglichkeit der Veräußerung, sagte Thomsen. Auch er wollte sich nicht zum angestrebten Auktionserlös äußern. "Im Moment ist das nicht abschätzbar." Das liege daran, dass der Wert bei Gebrauchtgegenständen sehr von der persönlichen Sicht des Interessenten abhänge: "Wir werden das erst bei der Versteigerung erfahren."

Die Hamburger Firma HT ist nicht zum ersten Mal für die Insolvenzverwaltung im Fall Schlecker tätig. Nachdem der einstige Drogeriemarkt-Riese im Januar Insolvenz angemeldet hatte, übernahm HT die Inventarisierung, stellte also fest, was es alles an beweglichem Vermögen gibt.

Für das nicht bewegliche Vermögen, also die Immobilien, gebe es auch bereits Interessenten, sagt Insolvenzverwalter-Sprecher Hacker. So könnte der Verkauf einiger Regionallager bald zum Abschluss kommen. Der Makler der beauftragten Immobilienfirma Jones Lang LaSalle sei sehr optimistisch, dass zeitnah neue Eigentümer für "eine gute Zahl" der 13 Regionallager gefunden werden. Zwei sind schon praktisch verkauft. Was mit dem Verwaltungsgebäude in Ehingen passiert, weiß noch keiner.

Zurzeit finden auch Gespräche zum Thema "Vermögensübertragungen" statt. Es geht dabei unter anderem auch um Immobilien, die Anton Schlecker auf Familienangehörige schon in der Zeit der drohenden Insolvenz überschrieben haben soll. Diese will der Insolvenzverwalter zurückholen und der Masse zufügen.

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