Schlecker-Entscheidung vertagt

Der Gläubigerausschuss der insolventen Drogeriekette Schlecker hat die Entscheidung über die Zukunft des Unternehmens auf den 1. Juni verschoben. Das sagte Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Freitag nach dem Gläubigertreffen in Ulm.

|
Die insolvente Drogeriekette Schlecker hat von den Gläubigern eine letzte Galgenfrist von einer Woche bekommen. Liegt Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz bis nächsten Freitag kein tragfähiges Fortführungskonzept vor, ist endgültig Schluss. Bis dahin haben die verbliebenen zwei Investoren Zeit, ein „belastbares und für die Gläubiger akzeptables“ Angebot zu unterbreiten, wie Geiwitz am Freitag nach einer Sitzung des Gläubigerausschusses in Ulm sagte. „Wenn es nicht so ist, sind wir leider gezwungen, den Betrieb von Anton Schlecker stillzulegen.“ Davon ausgeschlossen sei die Tochterfirma IhrPlatz, für die es ein Insolvenzplanverfahren geben werde.

   Bislang seien die Angebote der Bewerber für Schlecker sowohl beim  Kaufpreis als auch beim  Übernahmekonzept für die Gläubiger nicht überzeugend gewesen. „Wenn sich nichts ändert, bin ich nicht zuversichtlich - aber es kann sich noch was ändern“, sagte Geiwitz. Wenn die Rettung über einen Investor bis  nächsten Freitagvormittag nicht gelinge, werde bereits im Juni mit Ausverkäufen begonnen. Die nach aktuellen  Zahlen noch rund 14 300 Schlecker-Mitarbeiter würden dann Ende Juni oder Anfang Juli gekündigt.

   Geiwitz gab keine Informationen über die zwei möglichen Investoren. Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen  hat sein Interesse an der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker inzwischen bestätigt. Ein Sprecher der Nicolas  Berggruen Holdings GmbH sagte der Nachrichtenagentur dpa am Freitag, das Unternehmen habe Gespräche mit Geiwitz geführt habe. Weitere Angaben wollte er nicht machen.

   Die Gewerkschaft Verdi begrüßte die Gespräche mit Berggruen. „Wir sind im Sinne der Zukunft der Schlecker- Beschäftigten offen für Investoren, die den Erhalt der Arbeitsplätze im Blick haben und werden vorliegende  Fortführungskonzepte sorgfältig prüfen und bewerten“, sagte Verdi-Sprecherin Christiane Scheller der dpa.

   Der sogenannte vorläufige Gläubigerausschuss ist eine Vertretung aller Schlecker-Gläubiger. Er kam am Freitag  in Ulm hinter verschlossenen Türen zusammen. Zum Ausschuss gehören die Kreditversicherung Euler Hermes, die  Lieferantengruppe Markant Finanz AG und die Agentur für Arbeit in Ulm. Auch je ein Vertreter von Gewerkschaft  und Arbeitnehmerschaft sind dabei. Am nächsten Freitag wird er erneut zusammenkommen für eine Entscheidung, die am 5. Juni bei der Gläubigerversammlung in Ulm festgeklopft wird.
Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Themenschwerpunkt

Die Schlecker-Pleite

2012 meldete Schlecker, Europas ehemals größte Drogeriemarktkette, Insolvenz an. Damals hatte Schlecker noch 7000 Filialen und etwa 30.000 Mitarbeiter.

mehr zum Thema

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Geisterfahrer sorgt für Vollsperrung der A 8 nach tödlichem Unfall

Am frühen Freitagmorgen ist es durch einen Geisterfahrer zu einem tödlichen Unfall auf der A 8 bei Leipheim gekommen. Die Autobahn in Richtung München musste für mehrere Stunden voll gesperrt und der Verkehr umgeleitet werden. weiter lesen