RWE verdient besser - und kämpft um seine Kohlekraftwerke

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Der RWE-Kraftwerkspark basiert zu 25 bis 30 Prozent auf Kohle, in Deutschland zu 60 Prozent. Foto: Oliver Berg  Foto: 

Nach einem Krisenjahr 2016 und der erfolgreichen Abspaltung der Ökostrom-Sparte verdient der RWE-Konzern wieder mehr Geld.

Der Essener Konzern kämpft aber gegen mögliche neue Auflagen für das verbleibendes Kerngeschäft aus der Stromerzeugung mit Braun- und Steinkohle duch die Politik.

Bei einem kurzfristigen Ausstieg aus der Kohle wäre die Versorgungssicherheit in Deutschland nicht mehr zu gewährleisten, warnte RWE-Finanzchef Markus Krebber am Dienstag bei der Quartalsbilanz in Essen.

Die Verhandlungspartner des angestrebten Jamaika-Regierungsbündnisses aus Union, FDP und Grünen in Berlin diskutieren derzeit über Auflagen zur Verringerung der Kohleverstromung, die die Schließung zahlreicher Kraftwerke bedeuten könnte.

Der RWE-Kraftwerkspark basiert zu 25 bis 30 Prozent auf Kohle, in Deutschland zu 60 Prozent, wie Krebber sagte. RWE würden solche Einschnitte deshalb besonders stark treffen.

RWE fahre die Kohleverstromung schon jetzt kontinuierlich zurück - in der Braunkohle etwa um fast die Hälfte in den kommenden zwölf Jahren, argumentierte Krebber. Weitere Kraftwerksschließungen hätten erhebliche sozialpolitische Folgen in den Kohleregionen. Außerdem müssten bei einem schnellen Umsteuern Gaskraftwerke als kurzfristiger Ersatz ausgebaut werden, was die Strompreise hochtreiben würde.

Sinnvoller als ein solcher teurer Umweg wäre es aus Sicht Krebbers, direkt in mehr Erneuerbare Energie zu investieren. Nationale Alleingänge in der Klimapolitik brächten europaweit wenig, sondern nützten Ländern mit vielen Kernkraftwerken.

Der Konzern steigerte auch dank eines erfolgreichen Energiehandelsgeschäftes den Nettogewinn in den ersten drei Quartalen mit 2,2 Milliarden Euro weit über die mageren 11 Millionen Euro aus dem Vorjahreszeitraum. Gründe für den Sprung waren die Rückzahlung ungerechtfertigter Atomsteuern durch den Bund, höhere Energiepreise sowie die gute Entwicklung der Tochter Innogy.

Für einen Anteilsverkauf an der Ökostrom-Tochter gebe es derzeit „keine Notwendigkeit“, sagte Krebber. RWE stehe solide da. Schließlich bringe die Innogy-Dividende 4 bis 4,5 Prozent Rendite. RWE hält nach der Abspaltung noch 77 Prozent an Innogy.

Auch bereinigt um Sonderposten - vor allem die Steuerrückzahlung - vervierfachte sich nahezu der Überschuss auf 876 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr zeigte sich Krebber zuversichtlich, einen bereinigten Nettogewinn von 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro zu erzielen und dabei das obere Ende der Planungen zu erreichen.

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