Rettung der Commerzbank wird teuer

Mit kräftigem Rabatt wirft die Commerzbank neue Aktien auf den Markt. Für die Steuerzahler ist dieses Vorgehen ein herbes Verlustgeschäft.

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Ohne die vor vier Wochen beschlossene Zusammenlegung von zehn zu einer Aktie wäre die neuerliche Kapitelerhöhung bei der Commerzbank unmöglich gewesen. Die rund 555 Mio. neuen Aktien, die bis Ende Mai gezeichnet werden können, kosten bei einem Abschlag von 55 Prozent auf den aktuellen Kurs gerade mal 4,50 EUR oder nach alter Aktienstruktur 45 Euro-Cent. Vorgeschrieben ist ein Mindestkurs von 1 EUR.

Für die Aktionäre und damit auch für den Bund und den Steuerzahler wird die Kapitalerhöhung ein weiterer Einschnitt. Zwar zahlt die Bank mit den angestrebten Brutto-Einnahmen von 2,5 Mrd. EUR die Stille Einlage des Bundes komplett zurück. Der bleibt aber mit 17 Prozent Großaktionär - bei herben, zum Teil auch realisierten Verlusten.

Die Bezugsfrist für die neuen Aktien beginnt am heutigen Mittwoch und läuft zwei Wochen. Mit 21 Aktien kann ein Aktionär 20 neue Aktien kaufen, er kann das Bezugsrecht aber auch verkaufen. Die neuen Aktien verdoppeln fast die Zahl der derzeit rund 583 Millionen Anteilsscheine. Der Erlös von 2,5 Mrd. EUR ist gesichert, weil die Investmentbanken die Kapitalerhöhung garantieren.

Für den Bund war und ist die Beteiligung an der Bank kein gutes Geschäft. Der durchschnittliche Einstiegskurs des Bankenrettungsfonds Soffin liegt bei 3,40 EUR, nach der Kapitalzusammenlegung bei 34 EUR. Gestern stand das Papier bei knapp 9,70 EUR. Ohne das Bezugsrecht dürfte der Kurs auf etwa 7 EUR abrutschen. Da der Bund seinen Aktien-Anteil von 25 auf etwa 17 Prozent absenken will, wird er zunächst Aktien für 625 Mio. EUR verkaufen, was ihm einen Verlust von etwa 2,2 Mrd. EUR bescheren dürfte. Aufgrund des Kurseinbruchs sitzt der Soffin aktuell auf weiteren Buchverlusten von mehr als 2 Mrd. EUR. Seit 2007 ist der Kurs der Commerzbank-Aktie um 97 Prozent gefallen, im laufenden Jahr um mehr als 30 Prozent. Der Staat beteiligt sich jetzt mit 600 Mio. EUR aus seiner Stillen Einlage von 1,6 Mrd. EUR an der Kapitalerhöhung.

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