Randnotiz: Nur der echte Sixpack zählt

Die Deutschen trinken weniger Bier. Von Jahr zu Jahr vernehmen wir aufs Neue die bittere Klage der Brauerbranche, unterfüttert von Hektoliter-Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

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Der mediale Aufschrei, der sich bei sinkenden Auto-Exporten zuverlässig einstellt, kann nur deshalb ausgeblieben sein, weil wir uns an den schleichenden Niedergang einer deutschen Hochkultur gewöhnt haben.

Bier ist nicht nur ein Getränk, das von zeitgemäßeren Flüssigkeiten, die Flügel oder anderes verleihen, ersetzt werden könnte. Bier strahlt seit alters her auf alle Bereiche aus, vom Klerus (Mönche waren die ersten Braumeister) bis zur Kultur. "Bier, Bier, Bier/ist die Seele vom Klavier" - welch bierselig klingender Beleg! Schlager-seitig ist dem nur noch das schunkelige "Es gibt kein Bier auf Hawaii" gleichwertig an die Seite zu stellen - zugleich ein vertonter Beweis dafür, dass der Tourismus, die aktuelle Mega-Branche, ohne Bier sofort zum Erliegen kommen muss. Fußball, das Multi-Milliarden-Geschäft, wollen wir uns ohne Bier erst gar nicht ausmalen.

Die Haben-Seite einer bier- und trostlosen Zukunft sieht mager aus. Okay, die Bierbäuche gestandener Mannsbilder verschwinden. Aber können ihre Sixpack-Figuren darüber hinwegtrösten, dass der echte Sixpack bald aussterben wird? Niemals. Prosit!

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