Prokon sucht wieder nach Geldgebern

Zwei Jahre nach der Insolvenz startet der Energieanbieter Prokon (Itzehoe) als Genossenschaft neu durch. Von August bis Dezember des vergangenen Jahres habe die Genossenschaft in Deutschland knapp 39 Mio. EUR umgesetzt und 1,6 Mio. EUR Vorsteuergewinn erzielt, teilte Prokon mit.

|

Für 2016 erwarte das Unternehmen einen Umsatz von 105 bis 115 Mio. EUR und ein positives Vorsteuerergebnis. Die neue Prokon ist in drei Geschäftsfeldern tätig: Dem Betrieb bestehender und der Projektierung neuer Windparks sowie dem Stromhandel.

Vor der Insolvenz hatten rund 75.000 Anleger 1,4 Mrd. EUR in Prokon investiert. Sie haben gut 40 Prozent ihres Einsatzes verloren, können aber auf künftige Ausschüttungen der Genossenschaft hoffen, sofern sie dabeigeblieben sind. Heute hat Prokon 38.000 Mitglieder, betreibt 55 kleinere Windparks mit 328 Windkraftwerken und beliefert rund 34.000 Endkunden mit Strom. Prokon sei damit die größte Energiegenossenschaft in Deutschland.

"Wir wollen in den nächsten drei bis fünf Jahren die Zahl unserer Mitglieder mehr als verdoppeln und 100.000 Genossen erreichen", sagte Aufsichtsratschef Udo Wittler. Eine Genossenschaft gewinnt Kapital durch zusätzliche Mitglieder.

Nach der Insolvenzphase hat die Genossenschaft im vergangenen August ihren Geschäftsbetrieb aufgenommen. Die beiden Interimsvorstände Kai Peppmeier und Andreas Knaup sind nach dem Ablauf der Generalversammlung am Donnerstag aus ihren Ämtern ausgeschieden. Prokon wird nun von Henning von Stechow und Heiko Wuttke geführt.

"Unsere Produktpipeline ist gut gefüllt", sagte Wuttke. So sollen die Windenergie-Kapazitäten in Deutschland noch in diesem Jahr um rund 20 Prozent oder 100 Megawatt steigen. "Prokon konzentriert sich nunmehr auf das solide und werthaltige Kerngeschäft", sagte von Stechow. Im Sommer gibt Prokon eine Anleihe über 500 Mio. EUR heraus, die mit 3,5 Prozent verzinst wird.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Wie Ulm die Landesgartenschau 2030 holen will

Entlang der Bundesfestung will Ulm 2030 die Landesgartenschau ausrichten – und bemüht sich um ein junges Publikum. weiter lesen